Paulsen, Frederik

* 31.7.1909 Dagebüll, † 3.6.1997 Alkersum/Föhr,


Mediziner. Während des Medizinstudiums in Kiel wurde Paulsen, dessen Familie von der Insel Föhr stammt, als NS-Gegner 1933 verhaftet und zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. Danach flüchtete er in die Schweiz, promovierte in Basel und emigrierte nach Schweden, dessen Staatsbürgerschaft er 1942 erwarb. Hier änderte er seinen Vornamen Friedrich bald in Frederik. Er war u. a. als Dozent an der Universität Lund tätig. In Malmö gründete er 1950 ein Pharma-Unternehmen und gab ihm den an seine Heimatinsel erinnernden Namen "Ferring". Es entwickelte sich zu einer weltweit operierenden Firma. Eine bedeutsame Rolle spielte er nach dem Zweiten Weltkrieg in der friesischen Bewegung, so 1956-88 als Mitglied des Friesenrats und 1970-82 als Vorsitzender des Vereins Nordfriesisches Institut. 1949 war er Mitbegründer der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) und wirkte viele Jahre als deren Vizepräsident. 1988 gründete Paulsen in seinem Wohnort Alkersum/Föhr die "Ferring-Stiftung", die insbesondere die Forschung auf und über Föhr fördert. Der "friesische Weltbürger" erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1988 den Hans-Momsen-Preis des Kreises Nordfriesland.

Nordfriisk Instituut (Hrsg.): Festschrift Dr. F. Paulsen (= Nordfriesisches Jahrbuch 20, 1984).
Albert Panten: Dr. Frederik Paulsen. In: Nordfriesisches Jahrbuch 32/33 (1996/97), S. 9-11.
Jakob Tholund: Ein Friese geht nicht verloren. Frederik Paulsen zum Gedächtnis, Wyk auf Föhr 1998.








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