Oldsen, Johannes

* 13.4.1894 Klockries/Lindholm, † 30.9.1958 Legerade/Niebüll,


Journalist, friesischer Minderheitenpolitiker. Der Bauernsohn kehrte desillusioniert ob der "Leere wilhelminischer Glanzherrschaft" aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Er suchte nach neuer nationalpolitischer Orientierung und unterstützte u. a. als Journalist die prodänische Bewegung, betonte jedoch stets die Eigenständigkeit der friesischen Sprache und Kultur. In diesem Sinne wurde er 1923 Mitbegründer und erster Vorsitzender des Friesisch- schleswigschen Vereins. Die Nationalen Friesen, wie sie sich bald nannten (heutiger Vereinsname: Friisk Foriining), forderten die Anerkennung der Nordfriesen als nationale Minderheit (Bohmstedter Richtlinien, friesische Bewegung). Bewusst betrat Oldsen das politische Feld und war 1925-33 Kreistagsabgeordneter der "Liste Friesland" in Südtondern. Während des Nationalsozialismus wurde ihm eine öffentliche Tätigkeit verwehrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er für einen Anschluss Nordfrieslands an Dänemark und war Mitbegründer des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW). 1946/47 gehörte er dem ernannten Landtag an und wirkte danach als Fraktionsvorsitzender des SSW im Kreistag von Südtondern. Er forderte weiterhin die Anerkennung der Friesen als eigene Minderheit.

Thomas Steensen: Johannes Oldsen (1894-1958), Bräist/Bredstedt 1995.








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