Johannsen, (Nis) Albrecht

* 11.3.1888 Deezbüll, † 15.8.1967 Deezbüll,


Lehrer, Schulrat (1945-47), friesischer Schriftsteller und Sprachpfleger; Sohn von Nis Albrecht Johannsen. Im 20. Jahrhundert war Albrecht Johannsen eine zentrale Gestalt in der nordfriesischen Bewegung. Im Nordfriesischen Verein gehörte er 1921 zu den "jugendlichen Stürmern". Sein Einsatz galt besonders dem friesischen Schulunterricht, für den er wesentliche Grundlagen schuf. Gemeinsam mit Katharina Ingwersen veröffentlichte er 1926 ein festlandsfriesisches Lesebuch. Nach dem Tod von Julius Tedsen bearbeitete er das Nordfriesische Wörterbuch. In der NS-Zeit wandte er sich vom gleichgeschalteten Nordfriesischen Verein ab und gehörte 1948 zu den Gründern des Vereins Nordfriesische Institut. Er veröffentlichte zahlreiche volkskundliche Arbeiten und friesischsprachige Texte, vor allem Gedichte, darunter den Hymnentext "Gölj, rüüdj, ween". Sie ließen ihn zum wohl bedeutendsten Dichter in festlandsfriesischer Sprache werden. "Ein Heimatmensch darf den Blick in die Welt nicht verlieren", so fasste er einmal seine Erfahrungen zusammen.

Albrecht Johannsen: Beerid, Naibel 1956, eefterpränt Bräist/Bredstedt 1991.
Nordfriesland, Nr. 81 (März 1988), S. 10, und 82 (Juni 1988), S. 23.
Thomas Steensen: Die friesische Bewegung in Nordfriesland im 19. und 20. Jahrhundert (1879-1945), 2 Bände, Neumünster 1986.








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