Haeberlin, Carl

* 15.12.1870 Ranchi, Indien, † 12.11.1954 Wyk/Föhr,


Arzt, Wissenschaftler. Der Sohn eines aus Württemberg stammenden Missionars kam 1902 auf Veranlassung seines Freundes Karl Gmelin nach Wyk auf Föhr und ließ sich hier als praktischer Arzt nieder. Er übernahm die Leitung des "Vereins für Kinderheilstätten an der Deutschen Seeküste", seit 1921 "Hamburger Kinderheim". Gemeinsam mit Gmelin ergriff er 1926 die Initiative zur Gründung der Bioklimatischen Forschungsanstalt auf Föhr. Seine Forschungen trugen dazu bei, den therapeutischen Wert des Seeklimas zu erkennen. Das gemeinsam mit dem Meeresheilkundler Walter Goeters verfasste Buch "Grundlagen der Meeresheilkunde" (1954) wurde zu einem Standardwerk. Intensiv befasste er sich mit der Geschichte und Kultur seiner Wahlheimat. Er war Gründer und erster Vorsitzender des Naturwissenschaftlich-Kulturhistorischen Vereins, des späteren Museumsvereins Insel Föhr. 1908 gründete er das Friesenmuseum in Wyk. Der allseits hoch geachtete Mensch und Wissenschaftler war 1948 Mitbegründer des Vereins Nordfriesisches Institut. Ein Jahr vor seinem Tod heiratete er seine Sekretärin Leonore Fertsch. Für sein Wirken erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Goslar Carstens: Carl Haeberlin. In: Jahrbuch des Nordfriesischen Instituts 4 (1955/56), S. 274-276.
Rudolf Schulze: Prof. Dr. med. Carl Häberlin. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 80 (1956), S. 9-10.
Jakob Tholund: Carl Haeberlin als Volkskundler. Eine Würdigung aus Anlaß des 100. Geburtstages. In: Nordfriesland 17/18 (Mai 1971), S. 13-16.
Jakob Tholund: Unsere Sonne ist der Wind. Erinnerung an Carl Haeberlin, Husum 1996.








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