Boysen, Carsten

* 5.5.1912 Lindholm, † 19.10.1985 Risum,


Landwirt, Kommunalpolitiker, Funktionär der friesischen Bewegung. Der Neffe von Johannes Oldsen besuchte 1929/30 die Landwirtschaftsschule in Niebüll und 1933/34 die Volkshochschule in Hoptrup/Dänemark. Carsten Boysen1936 arbeitete er auf einem Bauernhof in Westfriesland, 1939 wurde er Landwirt in Risum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zum ersten Bürgermeister von Risum ernannt. Weitere öffentliche Ämter bekleidete er als Mitglied des Kreistages von Südtondern, 1970-78 als Fraktionsvorsitzender des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) im Kreistag von Nordfriesland, 1948-51 als Vorsitzender des Vereins Nordfriesisches Institut, weiter als Vertreter der Nationalen Friesen in der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), 1956-85 als Vertreter der Nationalen Friesen im Friesenrat und 1958-1983 als Vorsitzender der Foriining for nationale Friiske (heute Friisk Foriining). Der 36-jährige Boysen war politisch noch unverbraucht und schien bei der Gründung des unparteiischen Nordfriesischen Instituts 1948 die ideale Persönlichkeit für die Leitung zu sein. Da er aber auch dem Vorstand der Foriining for nationale Frasche angehörte und die Feindseligkeiten mit dem Nordfriesischen Verein im Zuge der Institutsgründung erneut heftig und lang anhaltend aufflammten, legte er bereits 1951 sein Amt als Vorsitzender des Institutsvereins nieder, um diesem keinen nationalpolitischen Anstrich zu geben. 1958 wurde er Vorsitzender der Nationalen Friesen.

Frederik Paulsen: Carsten Boysen. In: Nordfriesisches Jahrbuch 22 (1986), S. 7-9.
Jakob Tholund: Carsten Boysen - en fresken trüg an troch. In: Nordfriesland 75 (April 1986), S. 67.
Sönnich Volquardsen: "We wårde ham ai üt et uug lätje". Carsten Boysens Jugend und Familie. In: Nordfriesisches Jahrbuch 36 (2000), S. 19-51.
Jens Owe Petersen: Carsten Boysen und die friesische Bewegung nach 1945. In: Nordfriesisches Jahrbuch 42 (2006/07), S. 7-62.








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