Abel

* 1218, † 29. Juni 1252


bei Oldenswort, dänischer König. Der Sohn des dänischen Königs Waldemar II. wurde 1232 Herzog von Jütland/Schleswig und schloss sich ab seiner Heirat mit der Tochter des holsteinischen Grafen Adolf IV. politisch eng mit Holstein zusammen. Nach dem Tod seines Bruders, König Erich IV. "Plogpenning", dessen Ermordung Abel angestiftet haben soll, wurde er 1250 dessen Nachfolger. König Abel fiel 1252 im Kampf gegen die Eiderstedter in der Schlacht bei Oldenswort. Unter Berufung auf die angeblich von Kaiser Karl dem Großen beurkundete Friesische Freiheit hatten diese dem König die Huldigung und vor allem die Zahlung der Landsteuer verweigert. Er versuchte, sich mit militärischer Gewalt Gehorsam zu verschaffen. Die Bewohner der drei betroffenen Harden Eiderstedt, Evershop und Utholm stellten ebenfalls ein Heer auf, das die Königlichen bei Oldenswort schlug. Abel wurde dabei den historischen Quellen zufolge auf dem "Milderdamm", einem erhöhten Weg zwischen der mittelalterlichen Mildeburg und dem Geestrand, durch einen Pfeilschuss getötet. In der späteren Überlieferung wurde die Schlacht fälschlich als Akt nationalen Widerstandes dargestellt, an dem ganz Nordfriesland beteiligt gewesen sei. Der König sei von dem Alt-Nordstrander Wagenbauer Wessel Hummer erschlagen worden. Diese kräftige Überlieferung der Legende ist wohl auch vor dem Hintergrund des im 19. Jahrhundert aufbrechenden deutsch-dänischen Gegensatzes zu sehen.

Albert Panten: König Abels Tod - Ende einer Legende. In: JbNF 16 (1980), S. 117-126.








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