Wenningstedt

(Woningstair) Die Gemeinde Wenningstedt im Amt Landschaft Sylt liegt rund drei Kilometer nördlich von Westerland. Auf einer Fläche von 637 Hektar leben 1 550 (2008) Einwohner und rund 1 825 Zweitwohnungsbesitzer.
Der "Wohnplatz der Leute des Winni", wie der Name wohl zu deuten ist, bestand vermutlich bereits vor der ersten friesischen Einwanderungswelle ab dem 7./8. Jahrhundert. Möglicherweise war es ein Hafenort und wie Braderup und List von Dänen gegründet. Nach altüberlieferten, aber gänzlich unbewiesenen Geschichten sollen im 5. Jahrhundert von hier die Angeln und Sachsen unter Führung von Hengist und Horsa gen Westen ausgelaufen sein, um England zu erobern. Aus vorgeschichtlicher Zeit wurden zahlreiche Grabhügel, darunter auch das rund 5 000 Jahre alte Ganggrab Denghoog, entdeckt. Erste urkundliche Erwähnung fand "Wynningstede" 1462 im Zinsbuch des Bistums Schleswig.
Bis ins 17. Jahrhundert blieb das Dorf klein, seine Bewohner lebten in ärmlichen Verhältnissen. Ab etwa 1650 beteiligten sich auch die Wenningstedter am Walfang und überwanden damit das größte Elend.
1859 gilt als das Gründungsjahr des Seebads Wenningstedt (20 Gäste), doch erst 1889 wurde als erstes seiner Art das zweistöckige "Central-Hotel" errichtet. Ab 1903 verband die Inselbahn den Ort mit Westerland und Kampen. 1907 erhielt Wenningstedt ein stattliches Gebäude, die Kaiserliche Post, in der sich heute das Bürgermeisteramt befindet. 1914 wurde am Dorfteich die protestantische Friesenkapelle gebaut. Bis 1927 bestand mit Kampen und Braderup der Gemeindeverbund Norddörfer. Kampen trennte sich ab, Wenningstedt nahm Braderup in seine Gemeinde auf.
Seit 1960 darf sich Wenningstedt-Braderup als Nordseeheilbad bezeichnen. An der Westküste nördlich von Wenningstedt befindet sich das hoch aufragende Rote Kliff, ostwärts der Gemeinde zwischen Dünen und Heide ein 1989 angelegter, auch hohen Ansprüchen genügender Golfplatz.

von Bremen 2000, Laur 1992, Leonhardt 1980, Rinken 1992, Schmidt-Petersen 1974, Spreckelsen 1977, 1981 u. 1991.

Friesische Straßennamen in Wenningstedt und ihre Bedeutung:
Bi Kiar: "Am Dorfteich"; bi = bei; Kiar (Flurname) = Dorfteich.
Gaadt: "Dorfgasse"; Gaat = Hohlweg, an dessen beiden Seiten die Grundstücke ansteigen.
Green Wai: "Grüner Weg"; green = grün; Wai = Weg.
Risgap: Flurname, mit Sträuchern bewachsene Schlucht, die einzige dünenfreie Stelle an der Westküste Sylts; Ris = Sträucher, Büsche; Gap = Öffnung, Spalte, Schlucht.
Trenstin: Flurname, Bedeutung des Bestimmungswortes unsicher; Stiin = Stein.








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