Viöl

(fries.: Fjåål; niederdt.: Fjöl; dän.-mundartl.: Fjålj) Die Gemeinde mit den Ortsteilen
Boxlund, Eckstock, Hochviöl, Hoxtrup und Kragelund liegt rund 13 Kilometer nordöstlich von Husum im gleichnamigen Amt Viöl. Fiøla wurde 1389 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Außenmark, unkultiviertes Gebiet“. Funde typischer Flintklingen deuten darauf hin, dass seit der mittleren Steinzeit (ca. 10.000-4300 v. Chr.) Menschen auf dem Gemeindegebiet siedelten. Beile, Äxte und Dolche stammen ebenso wie etliche Grabhügel aus der Jungsteinzeit. Auch aus der Bronzezeit sind Grabhügel überliefert. Seit dem Mittelalter wurden jährlich Pferde- und Viehmärkte in Viöl abgehalten, bis 1960 „Viöler Vieh- und Krammarkt“ genannt, seit 1980 als „Bauernmarkt“ bekannt. Der Ort liegt günstig an der heutigen B 200, die Husum mit Flensburg verbindet, und den Straßen zwischen Bredstedt und Schleswig. Um 1750 entstand an der Arlau eine Wassermühle, von 1870-2006 gab es auch eine Windmühle im Ort. Die Eisenbahnanbindung an der der Strecke Husum- Flensburg existierte von den 1920er Jahren bis 1959. Die spätromanische Backsteinkirche Sankt Christophorus wurde um 1150 errichtet. Im Inneren befinden sich ein Schnitzaltar (um 1460) mit Gemälden von 1888/89 sowie Spätrenaissance-Aufsätzen (17. Jh.), eine Westempore (1695) mit 13 Bildern und eine Nordempore (1733) mit 19 Emporebildern.

Heute leben rund 1 965 Menschen (2008) auf einer Fläche von 1 895 Hektar. 39 landwirtschaftliche Betriebe nutzen etwa 1 500 Hektar Land. Seit über 100 Jahren verarbeitet die Viöler Meierei die Milch von rund 200 bäuerlichen Betrieben der Region. Etliche Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe bieten über 400 Arbeits- und Ausbildungsplätze. Die gemeindeeigene Biogasanlage verarbeitet jährlich etwa 80 000 Tonnen Gülle von 55 Landwirten sowie 17 000 Tonnen Silage und versorgt ein Wohngebiet mit hundert Einheiten, Schule und Schwimmbad mit Wärme. Die im Verbund mit Ohrstedt größte regionale Gemeinschaftsschule besuchen seit Herbst 2008 über 1 000 Kinder.

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