Utersum

(fries.: Ödersem) Die Gemeinde mit dem Ortsteil Hedehusum liegt im äußersten Westen der Insel Föhr, etwa elf Kilometer von der Hafenstadt Wyk entfernt. Sie gehört zum Amt Föhr-Amrum. Uddersum wurde 1360 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Heim, Siedlung des Odder(t) bzw. Udder(t)“. Ein Kernbeil aus der mittleren Steinzeit (um 4500 v. Chr.) ist der älteste Hinweis auf menschliche Aktivität in Utersum. Für die Jungsteinzeit verdichten sich die Funde. Tote wurden in Steinkammern aus Findlingen beerdigt. In einem Megalithgrab auf Gemeindegebiet befanden sich ein Feuersteinbeil und ein Tonbecher. Aus der Bronzezeit blieben zahlreiche Grabhügel zurück, in den sich Waffen und Schmuckstücke aus Bronze fanden. Auch aus der Eisenzeit sind zahlreiche Urnenbestattungen bekannt. Im 8. Jahrhundert etwa besiedelten Friesen aus dem südlichen Nordseegebiet die Insel Föhr und hinterließen ein ganzes Gräberfeld mit Urnen unter kleinen Hügeln und vielen Beigaben.

Vom Mittelalter bis 1864 gehörte Utersum zur Landschaft Westerland-Föhr und damit direkt zum Königreich Dänemark. Bei der Volksabstimmung 1920 stimmten die Bürger mehrheitlich für Dänemark, doch blieb Utersum bei Deutschland, da es nicht direkt an der Grenze lag und die meisten der Föhrer Gemeinden für Deutschland gestimmt hatten. Der Fremdenverkehr setzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein, seit 1974 darf sich die Gemeinde als Nordseebad bezeichnen. 1970 wurde das Nachbardörfchen Hedehusum eingemeindet.

Heute leben rund 415 Menschen (2008) auf einer Fläche von 526 Hektar. Acht landwirtschaftliche Betriebe nutzen etwa 500 Hektar Land. Der Fremdenverkehr wurde zum Haupterwerbszweig. Deutlich über 100 000 Übernachtungen sind jährlich zu verzeichnen. Einen weiteren wichtigen Wirtschaftsfaktor stellt die BFA-Kurklinik mit 190 Betten und rund 100 Mitarbeitenden dar. Das Reha-Zentrum der deutschen Rentenversicherung mit dem Schwerpunkt Lungen- und Atemwegserkrankungen ist damit für ganz Föhr von Bedeutung.

Neben dem weiten Sandstrand bietet die nicht eingedeichte Godelniederung eine weitere Attraktion. In diesem Naturschutzraum können salzwasserverträgliche Pflanzen wie Queller und Sandaster gedeihen. Außerdem befinden sich hier die Brutplätze einiger Seevogelarten wie z. B. die des Säbelschnäblers.

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