Uelvesbüll

(niederdt.: Ülsbüll) Die Gemeinde liegt im Nordosten der Halbinsel Eiderstedt rund elf Kilometer südwestlich von →Husum. Sie gehört zum Amt Nordsee-Treene. Ulvesboll wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Siedlung des Wulf“. Das alte Uelvesbüll ging in den Sturmfluten des 14. Jahrhunderts verloren. Mit der Schließung des →Adolfskooges wurde 1579 die gefährdete Nordseite des Porrendeiches gesichert. Dennoch ertranken bei der Zweiten Mandränke von 1634 mindestens 30 Menschen und über 100 Stück Vieh. Mit der Eindeichung des →Uelvesbüller Kooges konnte 1935 das Gemeindegebiet erweitert werden. Im Februar 1962 brach der Deich, und rund 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser strömten ein. Durch eine schnelle Evakuierung konnten die Menschen gerettet werden, Schweine und Federvieh fanden den Tod. Vier Wehlen zeugen von der Sturmflut. 1994 wurde bei Sielbauarbeiten ein 400 Jahre alter, niederländischer Frachtensegler gefunden. Das „Zuckerschiff“ wurde zur Konservierung in eine Lösung aus etwa 100 Tonnen Rübenzucker gelegt und ist heute im Husumer Schifffahrtsmuseum zu sehen.

Seit 1589 ist eine Schule belegt. Sie wurde 1969 zugunsten einer Dörfergemeinschaftsschule aufgegeben. Die Sankt Nikolai-Kirche stammt aus dem Jahr 1854. Es handelt sich um eine Backstein-Saalkirche in klassizistisch-neugotischen Formen. Im Inneren befinden sich eine Spätrenaissance-Kanzel im Ohrmuschelstil von 1672, ein Taufbecken aus Namurer Marmor. das Volkmarsche Epitaph von 1591 und ein spätgotischer Schnitzaltar von 1520.

Heute leben rund 280 Menschen (2008) auf einem Gemeindegebiet von 1 023 Hektar. 13 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 626 Hektar Land. Spielte in der Vergangenheit der Krabbenfang eine nicht unerhebliche Bedeutung, so kristallisiert sich jetzt mehr und mehr der Fremdenverkehr als Erwerbsquelle heraus. Beliebt sind Ferien auf dem Bauernhof. Einige kleinere Firmen und handwerkliche Betriebe sorgen in geringem Umfang für Arbeitsplätze

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