Tönning

(niederdt.: Tönn, Tünn) Die Stadt liegt im Südosten der Halbinsel Eiderstedt an der Eider. Die Entfernung nach Friedrichstadt beträgt rund zwölf Kilometer in nordöstlicher  Richtung, nach Husum rund 20 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Tunnighen hæret wurde um 1187 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet wahrscheinlich „dünn“ und bezieht sich auf den schmalen Eiderlauf, der hier in den Mündungstrichter übergeht.

Im 16. Jahrhundert wurde Tönning Nebenresidenz der Herzöge von Schleswig-Holstein- Gottorf. 1590 erhielt der Ort die Stadtrechte. Niederländische Einwanderer brachten verbesserte Formen des Getreideanbaus sowie die Milch- und Käsewirtschaft nach Eiderstedt. Tönning entwickelte sich zum Ausfuhrhafen. Um 1600 wurden jährlich 300 000 bis 400 000 Pfund Käse umgeschlagen, 1624 fuhren 54 Schiffe unter Tönninger Flagge. Die Blütezeit endete mit dem Dreißigjährigen Krieg. Kaiserliche Truppen besetzten 1627 die Stadt und zerstörten viele Häuser. 1644 bauten die Herzöge Tönning zur Festung aus. 1700 wurde sie durch dänische Truppen bombardiert, die Stadt weitgehend zerstört. Erst mit der Eröffnung des Eiderkanals erlebte sie ab 1784 eine zweite Blüte, vor allem während der napoleonischen Kriege, als der Handel mit Hamburg über den Tönninger Hafen lief. Im 19. Jahrhundert stand der Export von Fleischrindern nach England im Mittelpunkt. Mit Ausbruch der Maul- und Klauenseuche 1889 und dem Bau des Nord-Ostseekanals 1895 endete die Bedeutung als Ausfuhrhafen. Für die Krabbenfischerei spielt er nach wie vor eine Rolle. Von den großen Zeiten zeugen noch immer das →Packhaus von 1783, das Skipperhuset und einige Treppengiebelhäuser. Von 1867 bis zur Kreisreform 1970 war Tönning Kreisstadt von Eiderstedt.


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