Tetenbüll

Die Gemeinde mit den Ortsteilen Kaltenhörn, Warmhörn und →Wasserkoog liegt im Zentrum der Halbinsel Eiderstedt, rund acht Kilometer nordwestlich von →Tönning und etwa vier Kilometer nordöstlich von →Garding entfernt. Sie gehört zum Amt Eiderstedt. 1297 wurde Thedinbole erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Siedlung des Tede“.

Um Christi Geburt ließen sich auf dem Sandwall zwischen Garding und Katharinenheerd erste Siedler nieder. Etwa tausend Jahre später begannen sie, die Marsch-, Watt- und Halligregion der Landschaft Everschop zu erschließen. Starke landschaftliche Veränderungen brachte die →Sturmflut von 1362, ein großer Teil des genutzten Landes ging verloren. Die heute zum Gemeindegebiet gehörenden Köge sind neueren Datums: →Tetenbüller Kirchenkoog und →Tetenbüller Osterkoog (14. Jh.), →Reinsbüllkoog und →Tetenbüller Marschkoog (um 1400), →Tetenbüller Trockenkoog (1475), →Adenbüller Koog (1529) und →Sieversflether Koog (1610). Drei Ereignisse katastrophalen Ausmaßes hatte Tetenbüll zu überstehen: Bei der Sturmflut von 1634 wurden zahlreiche Gebäude zerstört und fast 2 500 Stück Vieh kamen ums Leben. 1762 vernichtete ein Brand alle 27 Häuser des Dorfes. 1943 warfen britische Bomber auf dem Rückflug ihre überflüssige Munition über Eiderstedt ab, wobei 24 der 28 Häuser in Tetenbüll in Brand gerieten.

Im 13. Jahrhundert entstand eine erste Kapelle in Tetenbüll. Die um 1400 errichtete Backsteinkirche besitzt einen 1491 erbauten spätgotischen Turm, ein nachmittelalterlich verändertes Kirchenschiff und einen gotischen Chor. Im Inneren befinden sich ein dreiteiliger spätgotischer Schnitzaltar von 1523 bzw. 1654, eine Kanzel von 1575 und eine Gruft von 1776. Im Jahr 2004 erhielt die Kirche ein Stützkorsett aus Beton, weil sie einzustürzen drohte.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Hökereimuseum Haus Peters, das einen „Colonialwaaren-Laden“ mit der Einrichtung des frühen 19. Jahrhunderts zeigt sowie der im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert stammende, renovierte →Haubarg „Staatshof“ im Osterkoog.

Heute leben rund 610 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 3 648 Hektar. Hinzu kommen etwa 175 Zweitwohnungsbesitzer. 42 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 2 654 Hektar Land. Elf stattliche Haubarge prägen das Gemeindebild und zeugen vom einstigen Wohlstand der Eiderstedter Bauern. 1966 ersetzte eine gemeinsame Grundschule die Zwergschulen der umliegenden Streusiedlungen.


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