Tating

(niederdt.: Tåting) Die Gemeinde liegt zwischen →Garding und →Sankt Peter-Ording im Amt Eiderstedt. Die Entfernung zur Westküste beträgt rund sieben Kilometer. Tating wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vermutlich von dem Personennamen „Tato“ ab. Einige Funde von Keramikscherben könnten darauf deuten, dass der Geestrücken der Tatinger Nehrung schon in der römischen Kaiserzeit (ca. 0-400 n. Chr.) besiedelt war. Bis zum Zusammenwachsen der Dreilande →Eiderstedt, →Everschop und →Utholm durch Eindeichungen im 16./17. Jahrhundert war Tating Hauptort von Utholm. Die Backsteinkirche Sankt Magnus mit spätromantischem Schiff stammt aus dem 13. Jahrhundert, der hölzerne Barockturm von 1661/94. Im Inneren befinden sich ein spätgotischer Schnitzaltar mit Gemälden aus dem 15. und 17. Jahrhundert sowie eine Orgel von 1591/1665. Zu den Sehenswürdigkeiten in Tating zählt auch der Hochdorfer Garten, eine der wichtigsten Gartenanlagen in Nordfriesland. Er wurde im 18. Jahrhundert von dem Landwirt Eberhard Lorenzen im französischen Stil begründet und im 19. Jahrhundert um einen Landschaftspark nach englischem Vorbild erweitert. Kern des rund vier Hektar großen Ensembles ist der Haubarg Hochdorf aus dem Jahr 1764. Ende des 19. Jahrhunderts kamen das „Schweizerhaus“ und die im spätromanischen Stil errichtete „Ruine“ hinzu. 1905 wurde die „Richardsen-Bruchwitz-Stiftung“ gegründet, die sich seither um die Erhaltung des Gartens kümmert. Seit 1983 genießt die Anlage Denkmalschutz.

Heute leben in Tating 990 Einwohner (2008) und etwa 300 Zweitwohnungsbesitzer auf einer Fläche von rund 2 949 Hektar. 16 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 2 181 Hektar Land. Die Bedeutung der Landwirtschaft sinkt kontinuierlich zugunsten des Fremdenverkehrs. Rund 90 000 Gästeübernachtungen werden im Jahr gezählt. Einige kleine Handwerksbetriebe, Bäckereien und Gaststätten bieten Arbeitsplätze im Ort.

1976 schloss die Dorfschule. Die Kinder und Jugendlichen besuchen seither die verschiedenen Schulen und Kindergärten in Sankt Peter-Ording. Vereine wie Feuerwehr, Ringreiterverein, Liedertafel, Boßelverein, Landjugend oder plattdeutsche Theatergruppe fördern das gesellschaftliche Zusammenleben.


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