Süderlügum

(fries.: Läigem, Leegem, Sürerläichem) Die Gemeinde liegt im Amt Südtondern rund zehn Kilometer nordöstlich von Niebüll im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Die Entfernung zur Staatsgrenze beträgt etwa drei Kilometer. 1462 wurde Lugum erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet "See, Wasseransammlung". Im Mittelalter besaß der Ort noch einen Hafen. Mit der Gewinnung des Gotteskoogs 1566 verlor er seine Bedeutung. Durch das Dorf führte der Heer- und Ochsenweg, die wichtigste Verbindung zwischen Esbjerg und Husum. 1887 erhielt Süderlügum Anschluss an das Eisenbahnnetz. Nach der Volksabstimmung 1920 wurde die Gemeinde zum Grenzort. In schneller Folge entstanden markante Siedlungen für die Bahn- und Zollbeamten. 1969 wurde Wimmersbüll eingemeindet.
Die spätromanische Backsteinkirche wurde um 1240 erstmals erwähnt. 1929/30 erhielt sie eine neue Außenfassade. Chor und Gewölbe mit Renaissance-Ausmalung stammen aus dem 16. Jahrhundert, der Altar aus dem Jahr 1647. Die Emporenkanzel wurde 1610 geschnitzt und zeigt in sechs Feldern den Sündenfall und Szenen aus dem Leben Jesu, die mit plattdeutschen Inschriften erläutert werden. Der Orgelprospekt stammt aus dem 18. Jahrhundert, der hölzerne Glockenturm aus dem 16./17. Jahrhundert.
Heute leben auf einer Fläche von 2 659 Hektar rund 2 230 Menschen. 24 landwirtschaftliche Betriebe nutzen rund 1 280 Hektar Land. Im Ort gibt es zwei Kindergärten, eine Grundschule und die Matthias-Claudius-Haupt- und Realschule. In den Gewerbegebieten finden sich vor allem Handwerksbetriebe und Dienstleister, die den grenzüberschreitenden Markt bedienen. Mit der "Grenzenlos Messe" entstand 2006 eine in Europa einzigartige Verkaufsveranstaltung, die die engen persönlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark dokumentierte.








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