Süderende

(Söleraanj) Die Gemeinde liegt im Westen der Insel Föhr rund neun Kilometer von der Hafenstadt Wyk entfernt. Sie gehört zum Amt Föhr-Amrum. Suderende wurde 1523 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet "südliches Ende" von Oldsum.
Neben der Landwirtschaft war im 17. und 18. Jahrhundert der Walfang die Haupteinnahmequelle der Süderender Bevölkerung. Einige Männer stiegen bis zum Kommandeursrang auf. Stattliche utlandfriesische Häuser zieren das "Dorf der Kapitäne". Bis zum Übergang an Preußen 1867 gehörte das Dorf zu Westerland-Föhr und damit direkt zum Königreich Dänemark. 1961 war die Gemeinde Mitbegründerin des "Wasserbeschaffungsverbandes Föhr-West", aus dem der "Wasserbeschaffungsverband Föhr" hervorging.
Außerhalb des Ortes in südlicher Richtung liegt die Sankt Laurentii-Kirche. Das romanische Kirchenschiff stammt aus dem 12. Jahrhundert, die Westverlängerung ist spätromanisch. Im Inneren befinden sich an den Gewölben barocke figürliche Malereien aus der Zeit um 1670, ein dreiteiliger spätgotischer Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert und eine romanische Taufe aus dem 12./13. Jahrhundert. Kunstvolle Grabsteine auf dem Friedhof "erzählen" wichtige Ereignisse aus dem Leben der hier Bestatteten. Beeindruckend ist die Leistung des Kommandeurs Matthias Petersen, der 373 Wale erlegte. Das mit Reet gedeckte Pastorat wurde 1762 gebaut.
Heute leben auf einer Fläche von ca. 260 Hektar rund 170 Menschen (2008). Drei landwirtschaftliche Betriebe nutzen 345 Hektar Land. Einige Handwerksbetriebe sowie je ein Café, ein nobles Restaurant und ein Hotel sorgen für Arbeitsplätze. Den wichtigsten Erwerbszweig bildet der Fremdenverkehr. Alltagssprache in Süderende ist bis heute das Föhrer Friesisch, die Tracht wird bei jeder feierlichen Gelegenheit getragen. Das Gemeindeleben prägen sehr wesentlich die Freiwillige Feuerwehr, die 2004 ihr hundertjähriges Jubiläum beging, und der 1970 gegründete TSV Föhr-West, der sich zu einem bedeutenden Sportverein für ganz Föhr entwickelt hat.

Reinhard Arfsten: Chronik eines friesischen Dorfes. Süderende auf Föhr, Süderende 1968.








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