Stedesand

(fries.: Stääsönj; dän.-mundartl.: Strøsanj, Stesanj; niederdt.: Sted´sand) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Störtewerkerkoog und Wester Schnatebüll liegt rund neun Kilometer südöstlich von Niebüll im Amt Südtondern. Als Klintrinstede (1352) bzw. Klintringsted (um 1450) wurde die Siedlung erstmals urkundlich erwähnt. Stedesand bedeutet "Wohnplatz, Wohnstätte beim" oder "im Sande". Funde von Flintklingen und Beile deuten auf eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit hin.
Die Ursiedlung entstand auf einer erhöht liegenden Geestinsel. Große Teile des heutigen Gemeindegebietes verdanken ihre Existenz jedoch der Landgewinnung. Der nördliche Teil liegt im Großen Kohldammer Koog, der 1466 gewonnen wurde. Binnendeiche zum Schutz gegen das Wasser der Lecker und der Soholmer Au teilten später den Schnatebüller und den Hundebüllerkoog ab. Das südliche Gemeindegebiet liegt im 1551 gewonnenen Störtewerker Koog. Bei der Bildung von Landgemeinden entstanden 1867 Stedesand, Wester Schnatebüll und Störtewerkerkoog. Sie schlossen sich 1973 zur heutigen Gemeinde zusammen.
Die barocke Backstein-Saalkirche stammt aus dem Jahr 1746. Die Nordwand ist spätgotisch. Im Inneren befinden sich ein dreiteiliger Altar aus der Spätrenaissance (1639) mit Rokokoverzeirungen von 1781, eine spätromanische Taufe aus Gotland aus dem 13. Jahrhundert, eine Kanzel von 1647, ein Pastorenstuhl aus dem 17./18. Jahrhundert das ein Gemälde "Abendmahl" nach Art des niederländischen Romanismus aus dem 17. Jahrhundert. Das hölzerne Glockenhaus wurde 1860 errichtet, die Kirchenglocke "Anna" trägt allerdings das Datum 1512. Durch eine Vorverlegung dieser Jahreszahl vor 1500 konnte sie in beiden Weltkriegen vor dem Einschmelzen gerettet werden.
Heute leben rund 870 Einwohner (2006) auf einer Fläche von 1 500 Hektar. 33 landwirtschaftliche Betriebe nutzen etwa 1 400 Hektar Land. 15 Gewerbebetriebe, darunter zwei Gaststätten und eine Einrichtung für Suchtkranke, sorgen für Arbeitsplätze in der Gemeinde. Das Zentrum bildet das "Dörpshuus" in der 1975 geschlossenen Schule nahe der Kirche mit Kindergarten, Gemeinderaum, Turnhalle, Sportheim und Gerätehaus der Feuerwehr. In dem 2006 eingeweihten Motorradmuseum wird Zweiradtechnik aus fünf Jahrzehnten präsentiert.








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