Schwesing

(fries.: Swiasing; niederdt.: Swesing) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Augsburg, Engelsburg, Hohlacker, Springwang und Süderholz liegt rund fünf Kilometer östlich von Husum im Amt Viöl. 1381 wurde Swezing erstmals urkundlich erwähnt, 1406 ist Swesent zu lesen, 1433 Swesen und 1491 to Swesum. Der Ortsname bedeutet vermutlich "Zu den Häusern der Schweden". Zahlreiche Hügelgräber aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit zeugen von einer frühen Besiedlung des Gemeindegebietes. Inmitten des Hofes Süderholz befinden sich Reste einer mittelalterlichen Turmhügelburg. Solche befestigten Herrenhöfe waren vom 13. bis 15. Jahrhundert in Schleswig-Holstein weit verbreitet. Aus dem 13. Jahrhundert stammt die romanische Feldsteinkirche, eine der ältesten in Nordfriesland. Sie besitzt einen gotischen Westturm. Im Inneren befinden sich ein dreiteiliger spätgotischer Schnitzaltar (um 1470/80), eine romanische Taufe aus dem 12./13. Jahrhundert und 21 Emporenbilder von 1887. Ein Brand im Pastorat vernichtete 1737 sämtliche alten Kirchenbücher.
Im September 1944 errichtete die SS im Ortsteil Engelsburg eine Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme. Bis ins Frühjahr 1945 waren hier rund 2 500 Gefangene eingepfercht. Während der sinnlosen Arbeiten am Friesenwall kamen an die 500 Häftlinge zu Tode. Eine Gedenkstätte erinnert an die Verbrechen der SS.
Heute leben rund 910 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 1 563 Hektar. 20 landwirtschaftliche Betriebe nutzen eine Fläche von 880 Hektar Land.
Das gesellschaftliche Leben prägen Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr, die Schützengilde, die Ringreiter, die Landfrauen oder die Theatergruppe "Rappelsnuten". Ein Golfplatz im Ortsteil Hohlacker gestattet sportliche Betätigung, Teile des im Ortsteil Engelsburg gelegenen Nato-Flugplatzes werden als ziviler Landeplatz genutzt.








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss