Schwabstedt

(fries.: Swåbstää; dän.-mundartl.: Svåbste) Die Gemeinde am Rand der Eider- Treene-Niederung im südöstlichen Zipfel des Kreisgebiets liegt rund 13 Kilometer südöstlich von Husum bzw. rund sieben Kilometer nordöstlich von Friedrichstadt. Zusammen mit ihren Ortsteilen Hollbüllhuus, Lehmsiek und Schwabstedter Westerkoog gehört sie zum Amt Nordsee-Treene. 1318 wurde Swauestath erstmals urkundlich erwähnt. Später findet man die Bezeichnungen in Swafestede (1324), in castro Swauested (1332) und Suauestede (1556). Der Ortsname bedeutet "Wohnstätte des Swavi".
Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die mittlere Steinzeit (10.000-4300 v. Chr.) zurück. Gefunden wurden Kernbeile und ein Messer aus Hirschgeweih. Aus der Jungsteinzeit haben sich Steinbeile, Meißel, Dolche und andere Geräte erhalten. Auch Grabhügel stammen aus dieser Zeit, aber auch aus der Bronzezeit. Der größte der vorgeschichtlichen Hügel ist der "Glockenhügel", auf dem heute die Kirche steht. Eine kontinuierliche Besiedlung bezeugen Gefäßreste, die der eisenzeitlichen Jastorf-Kultur zugerechnet werden können sowie Brunnen aus Heideplaggen und römische Glasscherben aus dem 3. und 4. Jahrhundert nach Christi.
Bereits zur Wikingerzeit (ca. 800-1100) verlief ein wichtiger Handelsweg von der Nordsee über Eider und Treene nach Hollingstedt, dann über Land bis Haithabu und weiter auf der Schlei in die Ostsee. Vermutlich lag an der Treeneschleife bei Schwabstedt ein Handelsplatz. 1268 musste der Bischof von Schleswig seine Gottorfer Burg abtreten und erhielt dafür den herzoglichen Anteil an der Südergoesharde. 1318 taucht der befestigte Bischofssitz Swauestath in schriftlichen Quellen auf. Mittelalterliche Zeugnisse lassen vermuten, dass Schwabstedt durchaus mit einer Stadt gleichzusetzen war. Im 16. Jahrhundert wurde aus dem bischöflichen Besitz das Amt Schwabstedt. Der Amtmann residierte im Schwabstedter Schloss. 1702 wurde das Amt mit Husum zusammengelegt und das Schloss abgerissen. Die Steine dienten später dem Chausseebau nach Seeth. Reste des doppelten Schlossgrabens sind noch erhalten.
Die romanische Feldsteinkirche Sankt Jacobi wurde um 1200 erbaut. Sie besitzt ein gotisches Vorhaus. Im Inneren befinden sich ein dreiteiliger spätgotischer Schreinaltar vom Anfang des 16. Jahrhunderts - er stammt aus der Husumer Marienkirche - eine Spätrenaissance-Taufe (um 1605), eine Kanzel von 1606 und spätgotisches Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert. Die Orgel aus dem Jahr 1615 wurde 2004 restauriert.
Heute leben auf einer Fläche von 1 964 Hektar rund 1 310 Menschen (2008) in Schwabstedt. 23 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 874 Hektar Land. Seit 1968 führt die Gemeinde den Titel Luftkurort. Eine gute Infrastruktur zeichnet den Ort aus. Die Herzog-Ulrich- Grundschule wird von rund 100 Kindern besucht. Mehrere überregionale Feste locken jährlich große Besucherströme an. Dazu gehören u. a. der Pfingstmarkt, der "Kleine Jahrmarkt", die Bärlauchtage und der "Bauernmarkt" sowie Theateraufführungen auf der Freilichtbühne im Nachtigallental und das Konzert "Rock an der Treene". Das "Wilde Moor" steht unter Naturschutz. Die 1910 eingeweihte Bahnlinie von Rendsburg nach Husum besteht seit 1971 nicht mehr. 2005 wurde ein Markttreff eröffnet. Er verhalf dem 1862 erbauten und 1916 nach einem Brand neu errichteten "Kaufhaus Carstens" zu neuem Glanz.

Hans Meyer: Schwabstedt. 5000 Jahre Schwabstedter Geschichte, Schwabstedt 1968.
SHL, S. 467.








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