Schobüll

(fries.: Schööbel) Die einst selbstständige Gemeinde mit den Ortsteilen Halebüll, Hockensbüll und Lund ist seit 2007 Stadtteil von Husum und liegt rund drei Kilometer nördlich des Zentrums. 1438 wurde Schoubu, 1462 Scoubu urkundlich erwähnt. Der Ortsname stammt ursprünglich vom dänischen Skovby und bedeutet "Walddorf". Später wurde er an die in Nordfriesland zahlreich vertretenen -büll-Namen angeglichen.
Funde von Flintwerkzeugen deuten auf eine Besiedlung der Schobüller Geest seit der jüngeren Altsteinzeit (ca. 12500-10000 v. Chr.) hin. Einige Beile und Kratzer sowie Grabhügel stammen aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit. In einem Grab wurden ein Bronzeschwert, ein Dolch, Messer und eine Lanzenspitze gefunden. Keramikteile und Urnengräberfelder aus der Eisenzeit belegen die durchgehende Besiedlung. Der reiche Waldbestand, dem Schobüll seinen Namen verdankt, wurde bereits im Mittelalter abgeholzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen. Seit 1953/54 steht der neue Wald unter Schutz, seit 1983 gehört er zum Landschaftsschutzgebiet Schobüller Berg.
Heute leben rund 1 610 Menschen (2006) auf einer Fläche von 762 Hektar. Der Wohnplatz ist äußerst beliebt, bietet er doch Ausblick aufs Meer ohne Sichtbehinderung durch einen Deich. Die Geest reicht hier direkt bis an die Nordsee heran, was zwischen Elbe und Dänemark einzigartig ist. Junge Menschen wandern aus Kosten- und Erwerbsgründen ab, rund 40 Prozent der Einwohner sind über 60 Jahre alt. 13 landwirtschaftliche Betriebe, darunter ein einziger Vollerwerbsbetrieb nutzen eine Fläche von 240 Hektar. Der Fremdenverkehr bildet die Haupteinnahmequelle. 600 Betten stehen zur Verfügung, etwa 90 000 Übernachtungen werden jährlich gezählt. Einige kleinere und mittlere Firmen bieten Arbeitsplätze, eine Maschinenfabrik ist größter Arbeitgeber.
Bereits um 1300 erschien "ecclesia sub mare", das "Kirchlein am Meer", in Urkunden. Das heutige Kirchenschiff stammt aus der Zeit um 1600. Im Inneren befinden sich ein spätgotischer Altar und eine Taufe aus dem 15. Jahrhundert, eine Kanzel von 1735, eine gotische Triumphgruppe aus dem 13. Jahrhundert und Standfiguren aus dem Jahr 1470. Weit über die Grenzen hinaus bekannt sind die hochkarätigen Konzerte, die nicht nur im Rahmen des Schleswig-Holstein Musikfestivals in der Kirche angeboten werden.








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