Sankt Peter-Ording

Die ehemals amtsfreie Gemeinde mit den Ortsteilen Bad, Böhl, Dorf, Süderhöft und Wittendün liegt im äußersten Westen der Halbinsel Eiderstedt und gehört seit 2006 zum Amt Eiderstedt. Die Entfernung nach Husum beträgt rund 35 Kilometer Luftlinie. Sunte Peter wurde etwa 1438 erstmals urkundlich erwähnt. 1445 findet man tho S. Peter in einer Urkunde. Die Bezeichnung bezieht sich auf die spätromanische Backsteinkirche, die dem heiligen Petrus geweiht ist. Um 1445 wird in Urden erstmals urkundlich erwähnt. Die Bezeichnung leitet sich von dem altfriesischen Wort für "Wurt" ab. Archäologische Funde beweisen, dass schon in der Wikingerzeit (8./9. Jh.) im Ortsteil Wittendün eine menschliche Siedlung bestanden hat. Damals existierten noch die drei Inseln Eiderstedt, Everschop und Utholm auf dem Gebiet der heutigen Halbinsel, die erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts nach Eindeichungen und Landgewinn zusammengewachsen ist.
Lange Zeit galt der Westen der Dreilande wegen seiner Abgeschiedenheit als Armenhaus. Fischerei, Sammeln von Strandgut und ein wenig Landwirtschaft waren die Erwerbsquellen. Mit dem Aufblühen der Viehwirtschaft im 16. Jahrhundert kehrte auch in Sankt Peter und Ording ein bescheidener Wohlstand ein.
Das Jahr 1877 bildete mit dem Bau eines Strandhotels die Wende. Sankt Peter wurde zum Seebad. Aufschwung erhielt der Ort durch den Eisenbahnanschluss nach Husum 1932. Der Fremdenverkehr wurde zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor. Garant dafür ist die 13,8 Quadratkilometer große Sandbank, auf der in den Sommermonaten auch mit dem Auto geparkt werden darf. Seit 1958 darf sich Sankt Peter Nordseeheil- und Schwefelbad nennen. 1967 schloss sich die Gemeinde mit Ording zusammen.
Die Kirche Sankt Peter weist spätromanische und spätgotische Bauteile auf. Sie wurde 1937 und 1951 weitgehend erneuert. Im Inneren befinden sich ein Altar aus der Zeit um 1480/1500 mit einem barocken Abendmahlsbild von 1698, eine Kanzel (1565/1570), eine Taufe (1729) und Epitaphien aus dem 17. Jahrhundert. Die Sankt Nikolaus-Kirche in Ording wurde 1724 erbaut und 1959/60 erneuert. Den Innenraum prägen Deckenmalereien von 1758, ein Altar von 1729 mit einer Kreuzigungsszene von 1460/80 und eine Taufe aus dem 16. Jahrhundert.
Heute leben auf einer Fläche von 2 828 Hektar rund 4 180 Einwohner (2008). 29 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 1 388 Hektar Land. Mit 2,2 Millionen Übernachtungen (2004) steht der Fremdenverkehr im Vordergrund. Sankt Peter-Ording gehört damit zu den wichtigsten zehn deutschen Tourismus-Gemeinden. Markant sind die Pfahlbauten am Strand, die auch bei Sturmfluten herausragen. 2005 wurde ein Gesundheits- und Wellness-Zentrum eröffnet, 2004 ein Nordsee-Fitness-Park als erster an der Westküste. Die 1997 gebaute Dünen-Therme bietet u. a. ein Meerwasserwellenbad und eine Sauna. 31 Kinderheime gab es in den 1960er Jahren, bis die Krankenkassen Kinderkuren aus ihrem Programm nahmen. Mehrere Reha- Kliniken dienen der Nachsorge.
Für die Ausbildung der Kinder finden sich alle Einrichtungen vom Kindergarten bis zum Gymnasium und Nordseeinternat. Das Eiderstedter Heimatmuseum informiert über die geschichtliche und kulturelle Entwicklung der Region.
Im Westküstenpark werden auf modellhaft gestalteten Flächen seltene Haustierrassen sowie typische Wildtiere und -pflanzen der Küstenregion gezeigt. Als besondere Attraktion wurde 2003 ein Robbarium eingerichtet.








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