Rodenäs

(fries.: Rornees, Runees; dän.-mundartl.: Rå'næjs) Die nördlichste Festlandsgemeinde Deutschlands mit den Ortsteilen Oldorf und Rickelsbüller Koog liegt rund 15 Kilometer nordwestlich von Niebüll unmittelbar an der deutsch-dänischen Grenze. Sie gehört zum Amt Wiedingharde. 1462 wurde Rodeneße erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsbezeichnung bezieht sich auf die Nordspitze der ehemaligen Hallig Wiedingharde und bedeutet eventuell "die Nase, der Vorsprung der Leute von der Rodung". Eine andere Auffassung lautet "rote Nase, roter Vorsprung".
Durch die Eindeichung der Wiedingharde 1465 wurde auch Rodenäs besser vor Sturmfluten geschützt. Das Gebiet wuchs 1618 durch die Eindeichung des Brunottenkoogs im Nordosten und 1925 durch die Bedeichung des Dreieckskoogs nördlich des Hindenburgdamms nach Sylt. Nach der Sturmflut von 1962 wurde im Rahmen des "Generalplans Deichverstärkung, Deichverkürzung und Küstenschutz" ein deutsch-dänisches Deichprojekt nördlich des Damms durchgeführt. Es entstand auf deutscher Seite der zum Rodenäser Gemeindegebiet gehörende Rickelsbüller Koog, benannt nach dem 1615 in einer Sturmflut vernichteten Kirchspiel Rickelsbüll.
Die spätromanisch-frühgotische Backsteinkirche Sankt Dionysius stammt aus dem mittleren 13. Jahrhundert. Für die Menschen des untergegangenen Kirchspiels Rickelsbüll wurde im 17. Jahrhundert ein Anbau geschaffen. Im Inneren der Kirche findet man einen Schnitzaltar aus der Zeit um 1500, eine romanische Granittaufe aus dem 13. Jahrhundert und eine Emporenkanzel aus der Renaissance.
Heute leben in 14 Einzelsiedlungen verstreut auf einer Fläche von 1 984 Hektar rund 440 Menschen (2008) im äußersten nordwestlichen Winkel der nordfriesischen Marsch. 19 landwirtschaftliche Betriebe nutzen eine Fläche von 1 784 Hektar Land. Die unmittelbare Nähe zu Dänemark brachte es mit sich, dass die meisten Einwohner von jeher fünf Sprachen beherrschten: Friesisch, Plattdeutsch, Hochdeutsch, Plattdänisch (Sønderjysk, Süderjütisch) und Hochdänisch.








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