Ramstedt

(niederdt.: Ramsted) Die Gemeinde liegt rund elf Kilometer südöstlich von Husum bzw. rund sechs Kilometer nordöstlich von Friedrichstadt im Amt Nordsee-Treene. Ramstede wurde 1378 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname kann als "Stätte bzw. Wohnstätte des Ram", aber auch als "feuchte Wiese" oder "Sumpf" gedeutet werden. Das Gebiet war seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie zahlreiche Funde von Steinwerkzeugen beweisen. Mehrere Grabhügel können nicht sicher datiert werden. Eine Grabanlage stammt aus der frühen Bronzezeit. Hier wurden ein Baumsarg, ein bronzenes Vollgriffschwert und eine Lanzenspitze gefunden. In diesem Hügel fand sich auch eine Nachbestattung aus der römischen Kaiserzeit (0-400 n. Chr.). Im 14. Jahrhundert gehörte Ramstedt dem Grafen Heinrich von Holstein. Er verpfändete es zunächst zur Hälfte an den Bischof von Schleswig und verkaufte es 1453 in Gänze. Die Schleswiger Bischöfe hatten bis ins 17. Jahrhundert eine Residenz im nahen Schwabstedt. Das Amt Schwabstedt fiel bei der Landesteilung 1544 an den dänischen König. Die benachbarte Landschaft Eiderstedt unterstand den Gottorfer Herzögen. In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Obrigkeiten im 17./18. Jahrhundert ließ der dänische König in Ramstedt Schanzen anlegen. Der Straßenname "Dänische Schanze" erinnert an diese Zeit.
Heute leben auf einer Fläche von 542 Hektar rund 450 Einwohner (2008). Die Zahl der landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebe sank von 64 im Jahr 1906 auf nur noch sechs in 2006. Sie bewirtschaften 457 Hektar Land. Im Dorf gibt es u. a. zwei Baugeschäfte und einen Baustoffhändler, eine Tankstelle mit Kfz-Betrieb, eine Malerfirma, eine Bäckerei, einen Gartentechnikbetrieb und zwei Computerfirmen. Der Verein für Dorfchronik, Naturschutz und Landschaftspflege Ramstedt-Wisch-Westerkoog sorgte für eine Teilnahme am Landeswettbewerb "Umweltfreundliche Gemeinde". 1994 wurde Ramstedt Landessieger. Die Gemeinde besitzt nach eigenen Angaben die zweitlängste Knicklandschaft Schleswig- Holsteins.

Hans Meyer: Chronik des Ortes Ramstedt seit 1378, Schwabstedt 1991.








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