Poppenbuettel

Die Gemeinde mit den Ortsteilen Neukrug und Süderheverkoog liegt im westlichen Teil der Halbinsel Eiderstedt im gleichnamigen Amt. Die Entfernung zum südöstlich gelegenen Garding beträgt rund vier Kilometer, zum nordöstlich gelegenen Husum rund 23 Kilometer Luftlinie. Der Ortsname bedeutet „Siedlung des Poppo“. 1438 wurde Poppenbul erstmals urkundlich erwähnt. Der Poppenbüller Sankt Johanniskoog wurde vermutlich im 12. Jahrhundert bedeicht und ist damit in etwa so alt wie die Urbedeichung Everschops. Diese Harde wuchs im Laufe des Mittelalters durch Eindeichungen und Landgewinn mit Eiderstedt und Utholm zur Marschinsel Eiderstedt zusammen. Etwas älteren Datums ist die Warft Helmfleth, die um 1050 wohl als erste Siedlung auf Everschop entstanden ist. Hier befindet sich noch ein Tauteich, mit dem einst das Trinkwasser gewonnen wurde. Seit dem 12. Jahrhundert existierte eine Kapelle, die im 13. Jahrhundert zur Kirche ausgebaut wurde. Im Inneren der Sankt Johannis-Kirche befindet sich ein Altar von 1601, Taufe und Glocke stammen von 1590, der Kanzelkorb aus dem Jahr 1579. Ein Eintrag zu einer ersten Schule findet sich in den Kirchenbüchern unter dem Datum 1564. Mitte des 19. Jahrhunderts zählten 33 Höfe, 59 kleinere Landstellen und 19 Häuser ohne Land mit zusammen rund 560 Einwohnern zum Dorf Poppenbüll. 1962 wurde es an die Trinkwasserversorgung angeschlossen.
Heute leben auf einer Fläche von 1 552 Hektar rund 200 Personen (2008). Zwölf landwirtschaftliche Betriebe nutzen 1 393 Hektar vorwiegend durch Milchvieh- und Schafhaltung sowie Ackerbau. Handwerksbetriebe und Kaufleute verschwanden, dafür bieten ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen, eine Weberei, ein Antiquitätenhändler, ein Pflegedienst und ein Heim für Kinder und Jugendliche geringe Möglichkeiten des Broterwerbs. Selbst der Fremdenverkehr spielt in Poppenbüll keine bedeutende Rolle. So sind es vor allem Ruheständler, die sich in der Gemeinde niederließen und einige der alten Reetdachhäuser vor dem endgültigen Verfall retteten.


Poppenbüll - ein Dorf im Wandel der Zeiten. Hrsg. von der Gemeinde Poppenbüll 1987.








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