Osterohrstedt

(fries.: Aaster Uurst; dän.-mundartl.: Øster Orste) Die Gemeinde liegt etwa zwölf Kilometer nordöstlich von Husum im Amt Viöl. 1438 wurde Osterorstede erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Ortsnamenteils „Ohr“ ist unklar. Er leitet sich entweder vom altdänischen Wort für „Diener, Bote“ ab oder von dem für „Pflug“. So könnte Oster-Ohrstedt die „östliche Pflugstätte“ gewesen sein.
Grabhügel aus der Jungsteinzeit und aus der Bronzezeit deuten auf eine frühe Besiedlung des heutigen Gemeindegebietes hin. Ein Stein ist erhalten, der vermutlich schon frühgeschichtlichen Menschen als Mahlstein diente. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert. 1709/10 wurden zehn Höfe und ein Kätner gezählt. Seit 1653 existiert eine Schule. 1964 ging sie in der Dörfergemeinschaftsschule Ohrstedt-Ahrenviöl mit Standort in Oster-Ohrstedt (heute: Schulzentrum Ohrstedt) auf. Um 1900 wurde eine kleine Kapelle errichtet, der wegen geringer Frequentierung nur ein kurzes Leben beschieden war. In den 1960er Jahren wurde sie abgerissen. Eine Kirche befindet sich in Schwesing.
Heute leben auf einer Fläche von 1 129 Hektar 650 Einwohner (2008). Handel und Handwerk haben die Gemeinde weitgehend verlassen, 16 Betriebe, davon fünf Vollerwerbsbetriebe, sind in der Landwirtschaft tätig. Eine Tischlerei, ein Fliesenleger und der Bürgerwindpark bilden die Einnahmequellen der Kommune. Am Ortsrand befindet sich die Rohmilchkäserei Backensholz, die ihre Produkte europaweit vermarktet. Das 2001 eingerichtete „Dörpshuus“ bietet vor allem den Vereinen der Gemeinde ein Zuhause.

Chronik der Gemeinde Oster-Ohrstedt. Hrsg. von der Gemeinde Oster-Ohrstetdt 1989.








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss