Oldsum

(fries.: Olersem) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Klintum und Toftum liegt etwa neun Kilometer nordwestlich von Wyk im Amt Föhr-Amrum. 1462 wurde Vluersum erstmals urkundlich erwähnt. Ein Zinsbuch von 1509 verzeichnet den Ortsnamen Aluersem. Er bedeutet wahrscheinlich „Heim des Ulfer bzw. Olfer“, wobei der Rufname auf Wulfhar in der Bedeutung „Anführer“ zurückgehen soll. Eine Umdeutung führte schließlich zu Oldsum = Altheim. Als im 16. Jahrhundert der Föhrer Marschkoog bedeicht wurde, verlor Oldsum seine schiffbare Verbindung zur Nordsee. Die Landwirtschaft alleine genügte kaum zum Lebensunterhalt, doch boten die Teilnahme am Walfang und später in der Handelsschifffahrt gute Verdienstmöglichkeiten. Viele Föhrer stiegen zum Kapitän oder Kommandeur auf. Ihr Wohlstand zeigt sich in den heute noch vorhandenen Kapitänshäusern im „Langdorf“. Der wohl bekannteste Grönlandfahrer war Matthias Petersen, der 373 Wale erlegte. Tradition spielt in Oldsum eine große Rolle. Die friesische Sprache wird von Generation zu Generation weitergegeben, bei vielen gesellschaftlichen Anlässen tragen die Frauen ihre Tracht.
Heute leben rund 550 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 1 330 Hektar. 23 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 949 Hektar Land. Im Dorf gibt es neben Gasthäusern und Kaufmannsladen auch einige Handwerksbetriebe. Junge Familien errichteten neue Häuser. Zugezogene Maler, Fotografen, Schauspieler und Kunsthandwerker verhalfen Oldsum zum Ruf eines „Künstlerdorfs“.


Friesische Straßennamen in Oldsum und ihre Bedeutung:
Hoofstich: „Kirchweg“; hoof = Kirchhof, Friedhof; stich = Weg, Fußweg.








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss