Oldenswort

(niederdt.: Oolenswort) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Altendeich, Hemmerdeich, Osterende und Süderdeich liegt rund 14 Kilometer südwestlich von Husum und sechs Kilometer nördlich von Tönning im Amt Eiderstedt. Der Ortsname bedeutet „Siedlungsplatz (Wurt) des Olde oder Aldo“. 1352 wurde das Kichdorf erstmals urkundlich erwähnt. Die ältesten Siedlungsspuren stammen jedoch aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Auf der Warft Tofting entstand eine Häusergruppe knapp über Meeresspiegelniveau. Um 1200 wurde eine erste Kapelle errichtet, der 1245 eine Kirche folgte. 1251/52 versuchte König Abel die Friesen zu besteuern. Die Gegenwehr war erfolgreich. König Abel kam auf der Flucht durch einen Pfeilschuss ums Leben. 1362 zerstörte eine schwere Sturmflut große Teile der Utlande, auch in Oldenswort gab es viele Opfer. Im Spätmittelalter kam es häufig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den benachbarten Dithmarschern. Im 15. Jahrhundert wurde die Oldensworter Kirche verwüstet. Im 16. Jahrhundert erlebte die Halbinsel Eiderstedt ihre Blütezeit, Landwirtschaft und Handel florierten. 1554 wurde die erste Schule eingerichtet. Im Großen Nordischen Krieg (1700-1721) trat das Herrenhaus Hoyerswort in den Blickpunkt. Hier kapitulierte der schwedische General Magnus Stenbock vor den Dänen, Russen und Sachsen. 1734 erhielt Oldenswort die Fleckensgerechtigkeit, die Einwohnerzahl stieg auf rund 2 000. 1873 verlor Oldenswort das Marktrecht. 1894-1906 bestand das erste Krankenhaus der Halbinsel Eiderstedt in Oldenswort. Bis 1919 hatte sich die Einwohnerzahl wegen wirtschaftlicher Krisen wieder nahezu halbiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ganz Eiderstedt zum Internierungsgebiet für zurückkehrende Wehrmachtsoldaten.
Heute leben auf einer Fläche von 4 584 Hektar rund 1 380 Einwohner (2008). 38 landwirtschaftliche Betriebe nutzen eine Fläche von 2 348 Hektar. Neben der Grundschule befinden sich Ärzte, Banken, Kaufläden, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe im Ort. Viele Vermieter leben vom Fremdenverkehr. Der Bahnhof auf der Linie Husum-Sankt Peter- Ording wurde geschlossen, doch befindet sich der Haltepunkt Harblek in erreichbarer Nähe.
Zu den Sehenswürdigkeiten Oldensworts gehört neben dem Herrenhaus Hoyerswort die Sankt Pankratius-Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde sie erweitert. Ein Christophorus-Gemälde stammt aus dem 15. Jahrhundert, das Gestühl von 1589, das Altarbild von 1592.

Aus Oldenswort stammt Ferdinand Tönnies, der Begründer der deutschen Soziologie.








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