Oevenum

(fries.: Ööwenem) Die Gemeinde im Amt Föhr-Amrum liegt rund drei Kilometer nordwestlich der Hafenstadt Wyk auf Föhr. Der Ortsname bedeutet „Heim bzw. Siedlung des Ove“.Ca. 1438 wurde Ouenum erstmals urkundlich erwähnt.
Oevenum ist ein Dorf mit großer Seefahrer-Tradition. Im 17./18. Jahrhundert gingen die meisten Männer auf Walfang, viele als Steuerleute oder Kommandeure. Im Ort entstand die erste Föhrer Navigationsschule, in der erfahrene Kapitäne in den Wintermonaten ihr Wissen weitergaben. 1730 wurde nach niederländischem Vorbild die erste Vogelkoje zur Entenjagd eingerichtet. Ihr folgte eine zweite. Beide Kojen werden noch betrieben und stehen ebenso als Kulturdenkmäler unter Schutz wie die Dorfglocke von 1798, die einst als Feuerglocke angeschafft wurde und heute als Totenglocke dient. 1882 wurde in Oevenum die erste Jugendfeuerwehr Deutschlands gegründet. Sie wurde notwendig, weil sich die erwachsenen Männer zumeist auf See befanden. Neben der Seefahrt spielte die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle auf Föhr. Heute bewirtschaften noch sechs Betriebe etwa 800 Hektar Land. Für die meisten der rund 490 Einwohner (2008) in der rund 1 087 Hektar großen Gemeinde bildet indes der Fremdenverkehr die Haupteinkommensquelle. Gut 500 Gästebetten stehen zur Verfügung. Kaufmann, Bäcker und Autowerkstatt sowie ein Hotel, Gaststätten und ein Kunsthandwerkerladen dienen der Versorgung, das „Landwirtschaftliche Museum“ bietet Rückblicke auf das alte Föhr.

Johann Braren: Chronik des Dorfes auf Föhr, Föhr 1988.








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss