Norderfriedrichskoog

Die Gemeinde im Amt Eiderstedt liegt an der Nordküste der Halbinsel, etwa 14 Kilometer südwestlich von Husum. Bereits 1618 hatten die angrenzenden Bauern versucht, die Bucht zwischen Uelvesbüll und Kaltenhörn zu bedeichen. Ein Seedeich konnte jedoch erst 1696 errichtet werden. Der gewonnene Norderfriedrichskoog wurde nach dem damaligen Landesherrn Herzog Friedrich IV. Von Gottorf (1671-1702) benannt. Katastrophen begleiteten das Leben im Koog. Zahlreiche Überflutungen und Deichneubauten sind in der Chronik vermerkt. 1907 hatte sich schließlich genügend neues Vorland gebildet, dass der Sophien-Sommerkoog eingedeicht werden konnte. 1970 entstand der erweiterte Jordtflether Koog. Das Land wurde an Koogsbauern verpachtet. Da die Gemeinde von diesen Einnahmen leben konnte, mussten keine weiteren Steuern erhoben werden. Das in Deutschland einmalige Privileg der Steuerfreiheit konnte bis 2004 aufrechterhalten werden, zunächst durch Verpachtung, seit den 1970er Jahren auch durch Verkauf des Landes an die einheimischen Bauern. In den 1980er Jahren entdeckten Unternehmer, darunter viele internationale Großkonzerne, das Steuer-Paradies und gründeten zeitweise weit über 100 Briefkasten-Firmen in der Gemeinde. Seit 2004 muss auch Norderfriedrichskoog durch Gesetz des Bundesfinanzministeriums Gewerbesteuer erheben. Einen Standortvorteil versprechen sich die 45 Einwohner (2008) auch weiterhin durch die Festlegung des Hebesatzes auf das vorgegebene Minimum. Die Gemeindefläche beträgt 531 Hektar. Rund 500 Hektar werden durch sieben landwirtschaftliche Betriebe genutzt. Die Zupachtungen in den umliegenden Kögen sind allerdings erheblich und liegen zwischen 100 und 200 Hektar. Die Rindviehbestände bewegen sich zwischen 120 und 360 Stück. Ein Betrieb widmet sich der Schafzucht, zwei betreiben neben der Viehwirtschaft großflächigen Ackerbau mit Weizen und Raps. Boßeln, Ringreiten, Feuerwehr und Landjugend bestimmen das gesellschaftliche Leben.








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