Niebüll

(fries.: Naibel) mit den Stadtteilen Deezbüll, Gath, Langstoft, Nordergotteskoog, Südergotteskoog und Uhlebüll liegt im nördlichen Nordfriesland rund 13 Kilometer von der dänischen Grenze entfernt. Seit 2008 ist sie Amtssitz des neu gebildeten Amtes Südtondern. 1462 wurde Nigebul erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Neue Siedlung“. Vermutlich nach der Sturmflut von 1362 wurde der Ort Langsumtoft aufgegeben und am Rand des Risummoores die Siedlung Uhlebüll angelegt. Südlich davon entstand später die „neue Siedlung“ Niebüll. Mit der Eindeichung des Gotteskooges 1566 verlor das Dorf seinen Hafen. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1729. Im Inneren befinden sich ein spätbarocker Altar gleichen Alters, eine Granittaufe aus dem 12./13. Jahrhundert, eine Spätrenaissance-Kanzel (um 1630), eine Kreuzgruppe (um 1480) und ein Opferstock von 1693.
Erst mit dem Anschluss an die Marschbahn von Altona nach Tondern begann 1887 eine nennenswerte Entwicklung. Ab 1900 nahm Niebüll eine zentrale Stellung in der Bökingharde ein. Nach der Volksabstimmung 1920 wurde hier die Verwaltung des neuen Kreises Südtondern aufgebaut. 1950 schloss sich die Gemeinde mit Deezbüll zusammen, zehn Jahre später erhielt sie die Stadtrechte. Der Kreisstadtstatus ging 1970 mit der Bildung des Kreises Nordfriesland wieder verloren.
Heute leben 9 260 Einwohner (2008) in der 3 063 Hektar großen Stadt. 46 landwirtschaftliche Betriebe nutzen etwa 2 600 Hektar Land. Niebüll gilt als „Tor zu den nordfriesischen Inseln“. Der Autozug nach Sylt wird hier beladen, eine Bahnverbindung nach Dagebüll bringt Reisende zum Hafen Richtung Föhr und Amrum. In einer Mischung aus verträumtem Dorf und moderner Kleinstadt stehen neben idyllischen Reetdachhäusern und Jugendstil-Bauten sachlich funktionale Stadthäuser und typische Neubaugebiete. In den 1980er Jahren wurde ein neues Rathaus errichtet. Das alte beherbergt mit dem Richard-Haizmann-Museum das einzige Museum für moderne Kunst in Nordfriesland. Die Stadt bildet den kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Mittelpunkt für rund 50 000 Menschen. Das Nordfriesische Innovationscenter (NIC) z. B. ebnet jungen Existenzgründern den Weg in die Selbstständigkeit. Viele kleine und mittlere Betriebe profitieren von der Nähe zur Ferieninsel Sylt. Berufspendler und junge Familien wählen die Stadt als Wohnort und sorgen für eine steigende Nachfrage nach Bauland und Kindergartenplätzen. Neben neun Schulen sorgen auch das Naturkundemuseum im ehemaligen Kreishaus sowie das Friesische Museum für Bildung und Weiterbildung. Kreiskrankenhaus, Stadtbücherei und Sportstätten bereichern das Versorgungsangebot.

Niebüll. Junge Stadt mit Tradition. Hrsg. von der Stadt Niebüll 1986.








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