Neukirchen

(fries.: Naisjöspel; dän.-mundartl.: Nykirk) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Hesbüll, Siel, Nordosterdeich und Süderdeich liegt rund zehn Kilometer nordwestlich von Niebüll im Amt Südtondern. Der Ortsname bedeutet „Zur neuen Kirche“. 1314 wurde Nykerby erstmals urkundlich erwähnt. Steinzeitliche Funde aus dem Westen des Gotteskoogs weisen auf eine frühe Besiedlung des Gebietes hin.
Mittelalterliche Sturmfluten, vor allem die „Große Mandränke“ von 1362, zerrissen das Marschland und hinterließen die Wiedingharde als Insel. Etwa 1465 war sie vollständig umdeicht. Der „Goldene Ring“ schloss jedoch nicht alle Teile der Marschinsel ein. Die Kirche aus dem 13. Jahrhundert z. B. blieb zunächst im Vorland und erhielt erst mit der Gewinnung des Gotteskoogs 1566 Deichschutz. Die frühen Siedlungen lagen auf Warften oder bestanden aus Häuserreihen auf Binnendeichen. Der Nordosterdeich bildete das Zentrum des einstmaligen Reihendorfes. Hier waren Sattler, Schuster und Kaufmann zu finden. Haupteinnahmequellen waren neben der Jagd und der Viehhaltung die Reeternte und der Fischfang im Gotteskoogsee, der nach und nach trockengelegt wurde. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnte Neukirchen zu einer geschlossenen Ortschaft zusammenwachsen. Etwa zwei Drittel des rund 3 185 Hektar großen Gemeindegrunds liegen im Gotteskoog. 30 landwirtschaftliche Betriebe nutzen rund 2 300 Hektar.
Die Gemeinde ist knapp 1 300 Einwohner angewachsen, viele auf Sylt Arbeitende haben sich hier niedergelassen. Kindergarten, Grund-, Haupt- und Realschule sowie die Vidingherreds Danske Skole dienen der Ausbildung des Nachwuchses. Ein kleines Freilichtmuseum bietet verschiedene Deichprofile aus früheren Jahrhunderten sowie ein hölzernes Sieltor aus dem 16. Jahrhundert. Auf der abgelegenen Warft Seebüll lebte und arbeitete zeitweise der Maler Emil Nolde. Er verstarb hier 1956. Haus und Atelier sind seitdem Museum.








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