Munkmarsch

(fries.: Munkm?rsk = die Marsch der Mönche) liegt auf altem Grundbesitz der Brüder des Sankt Knutsklosters zu Odense (Dänemark). 1778 wurde Monckmarsch urkundlich erwähnt, auf einer Karte des Husumers Johannes Mejer von 1648 steht Munckmarsch. In dem Landverzeichnis der sogenannten "Mönkebohlen" (Mönchsland) von 1573 ist die ursprüngliche Bezeichnung Sankt Knutsmarsch zu finden. 1744 erhielt das Dörfchen, das zur Keitumer Bauerschaft zählte, eine wirtschaftlich bedeutende Mühle. Sie lieferte ihr Mehl vor allem nach Norwegen. Ab 1755 legten auch Postboote im Munkmarscher Hafen an. Besondere Bedeutung für den Fähr- und Frachtverkehr nach Hoyer auf dem dänischen Festland erhielt er von 1860 bis zum Bau des Hindenburgdamms 1927. Der Keitumer Hafen war versandet, weshalb 1859 Kapitän Andreas Andersen (1799-1879) in Munkmarsch eine 100 Meter lange Mole für die Personenschifffahrt bauen ließ. An der "Legatsbrücke", die so hieß, weil ihr Erbauer seine Einnahmen in eine Stiftung gab, verließen die Badegäste ihren Raddampfer und wurden mit Fuhrwerken in das Seebad Westerland gefahren. 1869 errichtete der Schiffer Thomas Selmer (1837-1920) ein Rasthaus, das spätere Fährhaus, für die strapazierten Reisenden. 1888 wurden die Gleise der Inselbahn nach Westerland verlegt, und die Reisenden erreichten fortan in nur zwölf Minuten ihr angestrebtes Ferienziel. Mit Beginn des Seebäderverkehrs in Hörnum 1901 sank die Bedeutung Munkmarschs für die Personenbeförderung. Im Ersten Weltkrieg trat der Hafen noch einmal als Umschlagplatz für Kriegsmaterial und Truppen hervor.
Seit 1970 gehört der kleinste, nur etwa 120 Einwohner zählende Ortsteil von Keitum zur Großgemeinde Sylt-Ost, seit 2009 zur Großgemeinde Sylt. Der Hafen dient heute als Liegestelle für die Boote des Nordfriesischen Segelvereins Keitum, die Munkmarscher Bucht ist ein idealer Ort für Surfer, die es nicht so rau lieben. Im Norden der Ortschaft befinden sich die geologisch aufschlussreichen Kiesgruben, in denen viele Fossilien entdeckt wurden.

Schmidt 1937, Wedemeyer/Jessen 1997.

Friesische Straßennamen in Munkmarsch und ihre Bedeutung:
Heefwai: "Weg am oder zum Wattenmeer"; Heef = Wattenmeer; Wai = Weg.
Lochterbarig: "Leuchterberg"; Lochter = Leuchter, Laterne; B?rig = Berg.
Munkhoog: "Mönchshügel"; Munk = Mönch; Hoog = Grabhügel.
Paner: Flurname und drei Häuser bei Munkmarsch, "Pander"; vgl. Pandertief, Name eines Wattstroms.
Sönshörn: Flurname, wahrscheinlich "Sandecke"; Sön = Sand, Hörn = Ecke.








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