Mildstedt

(fries.: Melst, Milstää; niederdt.: Milste) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Lurup, Mildstedthof und Rosendahl liegt rund drei Kilometer südöstlich von Husum. Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Nordsee-Treene. 1304 wurde de Mildesect erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet "Niederlassung an der Mildau". Das vermutlich älteste Gebäude ist die Sankt Lambertus- Kirche aus dem frühen 13. Jahrhundert. Sie wurde 1404 von Dithmarschern niedergebrannt. Der Schnitzaltar der heutigen Kirche stammt von 1440, eine Triumphkreuzgruppe und eine Figurengruppe mit thronendem Christus und Apostelreihe aus dem 15. Jahrhundert.
1854 wurde die Eisenbahnlinie Husum-Flensburg gebaut. Sie führte durch Rosendahl, doch einen Bahnhof erhielt die Region erst 1910 in Mildstedt. 1974 wurde die Linie eingestellt. Ab 1922 gab es elektrisches Licht, 1950 Wasser aus der Leitung, 1969 eine Kanalisation.
Das heutige Gemeindegebiet entstand 1974 durch Zusammenlegung von Rosendahl und Mildstedt. Auf einer Fläche von 871 Hektar leben rund 3 800 Menschen (2008). Sechs landwirtschaftliche Betriebe nutzen rund 450 Hektar. Mildstedt ist der Verwaltungssitz des Amtes Treene und in vielerlei Hinsicht gut ausgestattet. Handel, Handwerk und Dienstleistungen sind noch weitgehend vorhanden. Zwei Kindergärten und die Grund- und Hauptschule dienen der Erziehung der Kleinsten, mehrere Vereine dem gesellschaftlichen Leben der Erwachsenen. Die Guttempler unterhalten eines von weltweit drei Museen. Vorbildlich wurde mit Hilfe öffentlicher Mittel eine 85 Hektar große Fläche renaturiert: der Naturerlebnisraum Husumer Mühlenau/Mildstedter Tannen. Durch die Erschließung von Neubaugebieten wächst die Wohngemeinde immer mehr mit der Kreisstadt Husum zusammen.

Kleine Schriften zur Mildstedter Geschichte I ff. (1979 ff.).
Schleswig-Holstein Topographie, HN 12.8.2005.








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