Löwenstedt

(fries.: Jöömst; dän.-mundartl.: Løvnste, Lyngste) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Ostenau und Allmoor liegt auf 1 962 Hektar Fläche rund 13 Kilometer östlich von Bredstedt im Amt Viöl. In Lyungsethmark wurde 1295 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1450 hieß es in campo Luwenstedh, 1586/87 Louenstede. Der Ortsname bedeutet "Niederlassung am oder im Heidekraut". Klingen, Beile und Flintabschläge sowie Grabhügel und Gefäßscherben bezeugen eine vorgeschichtliche Besiedlung des Raumes seit der Jungsteinzeit.
1669 unterschrieben 13 Bauern eine Dorf- und Flurverfassung, die "Willkoer des Büerlage Löwenstedt". Damals begannen die Landwirte, die Heide zu kultivieren. 1803/04 wurde die Dorfflur aufgeteilt und verkoppelt, wodurch die Bearbeitung der Böden effektiver gestaltet werden konnte. 1928 erhielt das Dorf mit dem Bau der Nebenstrecke Löwenstedt-Bredstedt Anschluss an die Bahnstrecke Husum-Flensburg. 1942 wurde sie wieder stillgelegt. 1934 schloss man sich mit Ostenau zusammen, und der elektrische Strom hielt Einzug. Erst 1975 erhielten die Höfe Trinkwasser durch eine zentrale Wasserversorgung.
1962 wurde eine Kapelle erbaut. Sie diente bis 1987 als Gotteshaus und ist seither Gemeindezentrum. Während bei der ersten Flurbereinigung 1963 noch 64 landwirtschaftliche Betriebe existierten, gibt es heute noch 24. Sie nutzen eine Fläche von rund 1 500 Hektar. Für weitere Arbeitsplätze für die rund 660 Einwohner (2008) sorgen etliche Handels- und Gewerbebetriebe: Kaufmannsladen mit Bäckerei, Gaststätte, Tischlerei, Schmiede, Stahlbaufirma, Bau- und Elektrogeschäft, Autowerkstatt mit Busunternehmen und Wollstübchen. Auch ein Munitionsdepot der Bundeswehr bot von 1962-2005 einigen Menschen Arbeit. Die Schule wurde zu einem Kindergarten umgebaut, die Kinder begeben sich nach Haselund zur Grundschule. Das Dorfleben bestimmen der Sportverein, die Freiwillige Feuerwehr, die Sängerinnen, die Landfrauen sowie die plattdeutsche Theatergruppe "Junge Lüüd ut Löwenstedt". An heißen Tagen dient ein Freibad der Abkühlung.
Zu den landschaftlichen Sehenswürdigkeiten gehören das 16 Hektar große Naturschutzgebiet "Löwenstedter Sandberge" mit Heide und Wacholdersträuchern, ein Tauteich, das Anglerparadies "Goldmoor" und der Staatsforst Klingheide an der Nordgrenze der Gemeinde.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 20.5.2005.








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