Lexgaard

(fries.: Leeksguurd; dän.-mundartl.: Lesgå, Lesgor) Die Gemeinde mit dem Ortsteil Remp liegt auf einer Fläche von 524 Hektar im Amt Südtondern rund neun Kilometer nordöstlich von Niebüll. Der Ortsname bedeutet "Hof" bzw. "Höfe des Leg oder Leki". Etwa 1470 wurde to Leckes gorden erstmals urkundlich erwähnt. 1543 findet man Lexgarde in den Akten.
Ein Steinhügelgrab, eine Flintklinge und ein Steinbeil zeugen von einer steinzeitlichen Besiedlung der Gemarkung. Aus der Eisenzeit ist eine Siedlungsstelle bekannt. Die Menschen betrieben von jeher Vieh- und Bienenzucht. Die Lage am historischen Ochsenweg, der durch Sandverwehungen regelmäßig unpassierbar wurde, bewirkte, dass die kleine Gemeinde das Weltgeschehen verfolgen konnte. Händler und Heerscharen zogen vorbei. Mitte des 18. Jahrhunderts schlug der Versuch fehl, das Ödland zu kultivieren. Es mangelte an Futter- und Düngemitteln. 1871 wurde der Hof Remp in die Gemeinde eingegliedert. 1910 schlossen sich acht Bauern aus den Gemeinden Tinningstedt, Karlum und Lexgaard zu einer "Heide-Kultur-Genossenschaft" zusammen und kauften 106 Hektar Heidefläche. Von den ursprünglich vier Höfen überlebte nur der Hof Hoffmann mit dem 1840 errichteten Wohnhaus.
In der heutigen Gemeinde, einer der kleinsten in Nordfriesland, leben 65 Einwohner (2008). Drei landwirtschaftliche Betriebe nutzen 370 Hektar Fläche. Wald dominiert gut ein Drittel der Gemeindefläche. Die Schule und alle wichtigen Versorgungseinrichtungen befinden sich im nahe gelegenen Zentralort Süderlügum. Die Abgeschiedenheit der Gemeinde zog einige namhafte Künstler an, die hier ungestört ihrer Arbeit nachgehen können, darunter die finnische Malerin Ulla Ruisalo und der ostdeutsche Kammersänger Horst Gebhardt.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 3.6.2005.








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