Leck

(fries.: Leek; dän.-mundartl.: Læk) Die vormals amtsfreie Gemeinde mit den Ortsteilen Hyholm, Karlsmark, Klintum, Klintumfeld, Leckfeld-Nord, Oster Schnatebüll und Ründel liegt etwa zehn Kilometer östlich von Niebüll und gehört seit Januar 2008 zum Am Südtondern. Erstmals urkundlich erwähnt wird Lecky 1231 im Erdbuch König Waldemars. Der Ortsname weist auf ein Gewässer hin, wahrscheinlich handelt es sich um den ursprünglichen Namen der Lecker Au. Das Lecker Gebiet war schon in der mittleren Steinzeit besiedelt. Besonders viele archäologische Funde stammen aus der Jungsteinzeit. Urnenfunde sind in die Bronze- und Eisenzeit zu datieren. Im Mittelalter stand südlich des Ortes eine Erdhügelburg. Vermutlich handelte es sich um die urkundlich belegte Festung "Leckhuus".
Leck war einst das Handelszentrum für die Karrharde. Ein königlicher Vogt überwachte den Fernhandel. Der Hafen an der Lecker Au verschlammte um 1450 und wurde unbrauchbar. Im 18. Jahrhundert gewannen die Viehmärkte an Bedeutung. Mehr als 20 000 Ochsen passierten jährlich die dänische Zollgrenze Richtung Leck. Ab 1889 sorgte die Inbetriebnahme der Bahnstrecke Flensburg-Leck-Niebüll für weiteren Aufschwung. Während des Zweiten Weltkriegs war Leck Luftwaffenstützpunkt. 1959-94 wurde das Aufklärungsgeschwader 52 der Bundeswehr hier heimisch. Heute ist noch die Flugabwehrraketengruppe 25 in Leck stationiert.
Die evangelische Kirche Sankt Willehad ist ein romanischer Bau aus dem 12./13. Jahrhundert. Der Altar wurde um 1520 gefertigt, die Kanzel 1599, die Granittaufe stammt aus dem 12. Jahrhundert.
Heute leben rund 7 815 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 2 979 Hektar. 30 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 1 326 Hektar Land. Seit 2000 trägt Leck das Prädikat Luftkurort. Größter Arbeitgeber ist der Buchhersteller Clausen & Bosse, bei dem in Millionenauflagen u. a. "Harry Potter" und "Herr der Ringe" gedruckt wurden. Leck zeichnet sich durch zahlreiche Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen aus. Die Heimvolkshochschule von 1923 wurde zur Nordsee-Akademie weiterentwickelt. Weitere Einrichtungen sind das Niederdeutsche Zentrum, die Außenstelle der Europäischen Akademie Schleswig-Holstein, eine Abendvolkshochschule und eine Familienbildungsstätte. Der Staatsforst Langenberg dient als Naherholungsgebiet für die gesamte Region.

Georg Köster, Chronik des Marktortes Leck, Leck 1990.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 1.7.2005.








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