Langenhorn

(fries.: e Aasterhoorne; e Weesterhoorne) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Ost- und West-Langenhorn sowie Efkebüll, Mönkebüll und Loheide liegt rund sieben Kilometer nordwestlich von Bredstedt im Amt Mittleres Nordfriesland. 1352 wurde Horne erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 12. Jahrhundert lebten hier Mönche einer Außenstelle des Klosters Glücksburg. Der Ort liegt am Geestrand und erlaubte sicheres Wohnen auf der Geest und ertragreiches Wirtschaften in der fruchtbaren Marsch. 1466 wurde der Langenhorner (alte) Koog eingedeicht. Seine Blütezeit erlebte Langenhorn im 17./18. Jahrhundert. 1681 wurde die Genehmigung erteilt, Pferde-, Vieh-, Holz- und Krammärkte abzuhalten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl von etwa 2 500 stark ab. Die Menschen wanderten in größere Städte ab bzw. emigrierten nach Übersee. 1887 erhielt Langenhorn einen Bahnhof, 1889 eine Meierei. Sie gehört zu den 13 letzten in Schleswig-Holstein verbliebenen Milch verarbeitenden Betrieben. Die gotische Backsteinkirche Sankt Laurentius aus dem 13. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert äußerlich stark verändert. Die Westwand wurde 1838 neu verblendet, die Portale stammen von 1897-99. Der Glockenturm von 1735 wurde 2003 zum größten Teil erneuert. Das Innere schmückt eine einheitliche barocke Ausstattung aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Orgel wurde 1761 von Sönke Ingwersen, dem späteren Baron von Gelting, zum Andenken an seine Frau gestiftet und von J. D. Busch erbaut. Der Kieler Orgelbaumeister Hinrich Otto Paschen versetzte sie 1985 in ihren ursprünglichen Zustand. Der Langenhorner Orgelbauverein organisiert seither jährliche Konzertreihen mit hochkarätiger Besetzung.
Heute leben rund 3 100 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 4 740 Hektar. Dabei ist die Gemeinde in Nord-Süd-Richtung nur rund 500 Meter breit, ihre Ausdehnung in Ost-West- Richtung beträgt jedoch fast sieben Kilometer. Die wachsende Landgemeinde gehört zu den größten in Nordfriesland. Rund 160 kleine und mittelständische Betriebe haben sich angesiedelt und beschäftigen etwa 600 Personen. 33 landwirtschaftliche Betriebe nutzen eine Fläche von 3 636 Hektar. Seit März 2003 versorgt eine Biogas-Anlage öffentliche Gebäude und Privathaushalte mit aus Gülle erzeugtem Strom und Wärme. Für die Kinder und Jugendlichen bietet die Gemeinde Kindergärten und eine Grund- und Hauptschule. Die Friedrich-Paulsen-Schule trägt den Namen des in Langenhorn geborenen großen Pädagogen.

Chronikblätter aus Langenhorn. Band I und II. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft für Dorfbucharbeit in Langenhorn. Langenhorn 1953. Neue Folge 1-10 (1986-1994).
Schleswig-Holstein Topographie, HN 11.11.2005.








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