Ladelund

(fries.: Låålönj; dän.-mundartl.: Lalunj) Die Gemeinde mit dem Ortsteil Bovenstedt liegt im Amt Südtondern etwa 14 Kilometer nordöstlich von Niebüll. 1352 wurde Ladelunt erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet nach dän. lund = Hain, lichtes Gehölz und dän. lade = Scheune eventuell "Gehölz, wo man Holz für eine Scheune schlägt" oder "Gebäude, in dem Korn, Heu usw. aufbewahrt wird".
Funde von Steinwerkzeugen aus der mittleren Steinzeit zeugen von einer frühen Besiedlung des Gebietes. Zahlreiche Grabhügel und Einzelfunde von Klingen und Flintbeilen stammen aus der Jungsteinzeit. Bei einer Ausgrabung im Jahr 1966 kamen neun Hausgrundrisse zum Vorschein. Einer datiert aus der Bronzezeit, einer aus der Völkerwanderungszeit, die übrigen aus der frühen Eisenzeit. Sie passen zeitlich zu einem Urnenfriedhof, der 1950 auf der Gemarkung entdeckt wurde.
1611 sind 26 Bauernstellen in Ladelund überliefert. Mitte des 18. Jahrhunderts kamen Siedler aus Württemberg, um die Ödländereien außerhalb der Dorfflur urbar zu machen. Nach der Volksabstimmung 1920 geriet der Ort in eine wirtschaftliche Randlage. Die radikalisierten Bewohner wählten 1932 mit über 80 Prozent der Stimmen die NSDAP. 1938 wurde ein Lager des Reichsarbeitsdienstes eingerichtet und am 1. November 1944 zum Außenlager des KZ Neuengamme umgewandelt. Rund 2 000 Häftlinge, vor allem Polen und Niederländer, mussten bis 16. Dezember Panzergräben und Schützenstellungen für den "Friesenwall" ausheben. Etwa 300 Menschen kamen in sechs Wochen ums Leben. 1950 wurde eine erste Gedenkstätte, die älteste Deutschlands, für die Opfer des KZ eingerichtet. Wohl beispiellos ist die Versöhnungsgeschichte mit dem niederländischen Putten, das 111 Tote zu beklagen hat. Jährlich besuchen rund 10 000 Menschen die Begegnungsstätte.
Die Sankt Petri-Kirche wurde 1883 fast vollständig neu erbaut. Im Inneren befinden sich ein spätgotischer Altar, ein romanischer Taufstein aus dem 12./13. Jahrhundert, eine Kanzel von 1583 und ein Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert.
Auf einer Fläche von 2 409 Hektar leben heute rund 1 420 Einwohner (2008). 34 landwirtschaftliche Betriebe nutzen rund 2 000 Hektar. Im Ort befinden sich Kindergarten, Grundschule, Dänische Nachschule und die Ladelund-Tinningstedt danske Skole. Ein Ländliches Dienstleistungszentrum (LDZ) in der alten Meierei ergänzt die verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten, die medizinische Versorgung und das kulturelle Angebot. Dorfmuseum und Naturbad sind weitere Attraktionen.

Laur 1992.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 8.4.2005.








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