Kolkerheide

(fries.: Kolkerhii; dän.-mundartl.: Kåldtjer'hie) Die Gemeinde im Amt Mittleres Nordfriesland liegt rund zehn Kilometer östlich von Bredstedt und etwa drei Kilometer westlich von Löwenstedt. 1499 wurde de Kolckerheide erstmals urkundlich erwähnt, als König Johann von Dänemark das Land an Bewohner von Joldelund verpachtete. 1621 findet man inn Kollkierheide in alten Unterlagen. Der Ortsname leitet sich vermutlich von dem Flurnamen Koldkjær oder Koldkær ab und bedeutet "Heide am kalten Kratt". Dafür spricht auch die Lage des Dorfes zwischen den Naturschutzgebieten Löwenstedter Sandberge, ein Bärentraubenheidegebiet, und Eichenkratt Schirlbusch bei Drelsdorf.
Im 18. Jahrhundert begann man mit der Urbarmachung des Heidegebietes. Dazu wurden hessische Kolonisten angeworben. Sie gründeten zahlreiche Siedlungen im Amt Bredstedt. Kolkerheide war die 18. Kolonie und erhielt zunächst den Namen Christians-Höhe. Die fünf ursprünglichen Kolonistenstellen bestehen noch heute. Sie tragen die Namen von Rittern oder Amtmännern und bilden die heutigen Ortsteile Buchwalden-Hof, Osten-Hof, Raben-Hof, Rantzauen-Hof und Rumohrs-Hof.
Zwischen 1928 und dem Zweiten Weltkrieg verband eine Eisenbahnlinie die Gemeinden zwischen Bredstedt und Löwenstedt. Als der mit der "Kultivierungsbahn" erhoffte Aufschwung ausblieb, wurde sie 1942/43 stillgelegt und an die Ostfront verbracht.
Die Einwohnerzahl in der kleinsten Gemeinde des Amtes Bredstedt-Land schwankt um die 70. Wenn an einem bestimmten Stichtag vor einer Kommunalwahl die Zahl darunter liegt, entfällt die Wahl. Jeder über 16 Jahren kann dann auf den Gemeindeversammlungen mitbestimmen. Von den 214 Hektar Gemeindefläche werden 200 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Fünf Höfe arbeiten im Vollerwerb. Gewerbebetriebe gibt es nicht, dafür einen Reiterhof u. a. für therapeutisches Reiten. Das soziale Leben verläuft in enger Zusammenarbeit mit Joldelund.

Thomas Steensen: Nordfriesland im 19. und 20. Jahrhundert. In: Geschichte Nordfrieslands, 2. Aufl., Heide 1996, S. 207-435, bes. S. 336.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 11.3.2005.








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss