Koldenbüttel

(niederdt.: Kooln'büttel) Die Gemeinde im Amt Nordsee-Treene liegt rund drei Kilometer westlich des "Holländerstädtchens". Mit den Ortsteilen Büttel, Herrnhallig, Norddeich und Süderdeich umfasst sie eine Fläche von 2 572 Hektar. 1352 wurde Coldenbüttel erstmals urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet vermutlich "zur kalten Siedlung" und lässt darauf schließen, dass Koldenbüttel einst auf den Resten einer verlassenen Siedlung errichtet wurde. Vereinzelte Siedlungsspuren datieren aus der römischen Kaiserzeit (bis 400 n. Chr.).
Die im Kern romanische Sankt Leonhard-Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Glockenturm wurde nach neuesten Erkenntnissen 1461 gebaut und ist somit das wohl älteste freistehende Bauwerk seiner Art in Schleswig-Holstein. Drei Epitaphien stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Die frühen Siedler in der Eider- und Treeneniederung errichteten ihre Häuser auf Warften. Durch eine günstige natürliche Verlandung gelang mit Hilfe von Deichen um 1400 ein großflächiger Zusammenschluss des inselartigen Gebietes. Es entstanden der Badenkoog, der Büttelkoog, der Drandersumkoog, der Wallsbüller Koog und der Westerbüllkoog. Mit der Eindeichung des Dammkooges 1489 gelang der Brückenschlag nach Eiderstedt, das damit landfest wurde. Zum Schutz der Treeneniederung entstand 1570 die Herrnhallig, die 1871 eingemeindet wurde. Mit der Gewinnung des Schwenkenkoogs waren 1631 die Eindeichungsmaßnahmen auf Koldenbütteler Gebiet beendet.
Das "Tor nach Eiderstedt" liegt verkehrsgünstig an den Bundesstraßen nach Heide und Rendsburg, doch hat der Ort mit seinen 934 Einwohnern (2006) heute keine große wirtschaftliche Bedeutung mehr. Neun landwirtschaftlichen Betrieben stehen etwa 2 400 Hektar Land zur Verfügung. Gewerbe gibt es kaum. Dafür nutzen gerade viele junge Familien Koldenbüttel als Wohngebiet. Für die Gemeinden des Schulverbands entstand hier eine Förderschule. Rund 20 Vereine zeugen von einem intakten Gemeindeleben.

Emil Bruhn: Die Chronik von Koldenbüttel, Garding 1926.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 25.2.2005.








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