Klixbüll

(fries.: Klasbel; dän.-mundartl.: Klisbøl) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Buttersbüll, Flühe, Kathal, Klixbüllfeld, Klixbüllhof, Klixbüllmühle, Rückenstadt und Wraagaard liegt etwa vier Kilometer nordöstlich von Niebüll im Amt Südtondern. 1352 wurde Klyxbul erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet "Siedlung des Klix (?)", wobei die Herkunft des Personennamens noch ungeklärt ist. Frühgeschichtliche Funde wie ein Flintspeer oder eine Felsgesteinaxt deuten auf eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit hin. Die Sankt Nikolaus-Kirche wurde 1240 erstmals erwähnt. Der wohl gotische Backsteinbau liegt im Ortsteil Klixbüllhof westlich der Bundesstraße 5. 1699 erhielt er einen Turm. Kanzel (1618) und Altar (1621) stammen aus der Werkstatt des Flensburger Holzschnitzers Heinrich Ringerink (1565/70-1629). Der dreiteilige Renaissance-Aufbau wird durch Säulen, Hermenpilaster und Reliefs ergänzt. Etwa die Hälfte der 1 744 Hektar großen Gemarkung liegt in der Marsch. Sie wurde 1466 mit der Eindeichung des Klixbüller und des Großen Kohldammer Kooges vor den Überschwemmungen durch Sturmfluten geschützt. 1634 brach der Deich an drei Stellen, 70 Menschen und 200 Stück Vieh ertranken. Flutmarken an der Außenwand der Kirche erinnern an diese Katastrophe sowie an weitere Hochwasserstände. Die Bundesstraße 199 säumen einige denkmalgeschützte Vierkanthöfe.
Heute prägen den rund 970 Einwohner (2008) starken Ort noch 15 landwirtschaftliche Vollerwerbs- Betriebe. Sie bewirtschaften etwa 1 200 Hektar Land. Neun große Windkraftanlagen zu je 500 Kilowatt Leistung gingen 1995 als Bürgerwindpark ans Netz. Das gesellschaftliche Leben bestimmen zahlreiche Vereine, ein beheiztes Freibad, ein Kaufladen, zwei Kindergärten und die Grundschule, die 2004 als "Top-Schule" ausgezeichnet wurde.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 11.2.2005.








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