Klanxbüll

(fries.: Klangsbel; dän.-mundartlich: Klangsbøl) Die Gemeinde im Amt Südtondern mit den Ortsteilen Oster-, Wester-, Nordwester-Klanxbüll sowie Wiedingharder Neuer Koog liegt etwa 13 Kilometer nordwestlich von Niebüll. Der Ortsname bedeutet "Siedlung des Klenke". 1462 wurde Klenxbul im Zinsbuch des Bischofs von Schleswig erstmals urkundlich erwähnt. Zumindest bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestand von hier eine Fährverbindung nach Morsum auf Sylt. Um 1900 war Klanxbüll ein kleines Dorf mit Kirche, Schule und ein paar Höfen. Das Gotteshaus, ein spätromanisch- frühgotischer Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, ist mit Reet gedeckt. Die Kanzel soll aus der Kirche zu Volgsbüll stammen, das einst zwischen Nordstrandischmoor und der Hamburger Hallig gelegen hat und 1634 bei der Mandränke völlig zerstört wurde. Das Kruzifix stiftete 1692 Sibbern Karstens vom Hof Groß-Bombüll, um damit das Gelingen des schwierigen Deichschlusses im Alten Friedrichenkoog zu erbitten. Die Westwand der Kirche wurde 1735 und 1931 erneuert, die Apsis und die Südseite 1930/31 neu verblendet. Das hölzerne Glockenhaus wurde 1909/14 renoviert.
Zwischen Klanxbüll und der Sylter Nössespitze liegt in Luftlinie die kürzeste Entfernung zur Insel Sylt. Außerdem befindet sich hier ein Wattrücken. Dies waren die Voraussetzungen, dass an dieser Stelle 1927 der 11,2 Kilometer lange Hindenburgdamm gebaut wurde, über den seither die Eisenbahn rollt. Mit dem Bahnanschluss erhielt das Bauerndorf vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg neue Bedeutung. Berufspendler besteigen zumeist hier, im letzten Bahnhof vor Sylt, den Zug. Zahlreiche Sylter, die sich das Wohnen auf ihrer Heimatinsel wegen der hohen Lebenshaltungskosten nicht leisten können, suchen sich in Klanxbüll und Umgebung ein neues Zuhause.
Heute leben rund 950 Menschen auf einer Fläche von 1 063 Hektar. Fünf landwirtschaftliche Betriebe bearbeiten rund 300 Hektar Land. Imbiss, Kaufmann, Bäckerei sichern die Grundversorgung, weiter stehen Autohandel, Radio-Fernsehtechnik und Baustoffhandel auf der Liste der Gewerbetreibenden.
Neben Groß-Bombüll gehört auch der historische Vierkanthof Charlottenhof zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes. Er kam 1998 durch eine Schenkung in den Besitz der Gemeinde. Die zum Hof gehörende Jugenstil-Villa von 1910 konnte mit EU-Mitteln saniert werden. Hier entstand 1997 das Informations-Zentrum Wiedingharde. Naturschutz, Nationalparkamt, Fremdenverkehr, Landwirtschaft, Muschelfischerei, Windenergie und Eisenbahn fanden unter einem Dach zusammen.








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