Karlum

(fries.: Kuurlem) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Gläserkrug, Karlumfeld, Karlumkirche und Sterlau liegt im Amt Südtondern, rund zehn Kilometer nordöstlich von Niebüll und etwa sechs Kilometer nördlich von Leck. Zwischen 1445 und 1450 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt. Bei dem Ortsnamen handelt es sich wahrscheinlich um die Dativ-Plural-Form von Karl für "erwachsener Mann" oder "Gemeinfreier". Grabhügel und Einzelfunde aus der Jungsteinzeit, darunter Klingen und Flintbeile, die Reste eines Gräberfeldes aus der Eisenzeit sowie ein Steigbügelpaar aus der Wikingerzeit deuten auf eine kontinuierliche Besiedlung des Gebietes hin. Im Nordermoor entspringen die drei kleinen Flüsschen Karlumer Au, Brebek und der Lecker Mühlenstrom. Hier liegen auch die 13 Brunnen der "Wasserversorgung Drei Harden". Aus 20 bis 120 Metern Tiefe sprudeln jährlich rund drei Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Etwa 31 000 Menschen sowie 50 000 "Großvieheinheiten" in 26 Kommunen werden dadurch versorgt, einschließlich der Halligen Oland und Langeneß.
Im Süden liegt auf über einem Drittel der Gemeindefläche von etwa 1 446 Hektar ein Staatsforst. Damit gehört Karlum zu den baumreichsten Gemeinden in ganz Schleswig- Holstein. Eine erste Aufforstung wurde bereits 1885 unter Leitung von Carl Emeis vorgenommen. An den Wald grenzt der Karlumer Berg, mit 33 Metern eine der höchsten Erhebungen in Nordfriesland. Außerhalb des Dorfes liegt die kleine spätromanische Sankt Laurentius-Kirche aus der Zeit um 1200. Das Innere zieren ein Altar mit Mittelteil (1661), das Epitaph Hoyer von 1666 mit einem Gemälde des Stifterehepaares sowie drei Ölgemälde von 1670 mit religiösen Motiven. Im niedrigen Turm ertönt eine der ältesten Glocken des Landes. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche wurde weithin bekannt, als dort Szenen für die Verfilmung der "Deutschstunde" von Siegfried Lenz gedreht wurden.
In dem Dorf mit rund 220 Einwohnern (2008) gibt es noch neun landwirtschaftliche Betriebe. Sie nutzen etwa 900 Hektar. Zwei Gewerbebetriebe sorgen für einige Arbeitsplätze. Ganzer Stolz der Karlumer ist das Gemeinschaftshaus, das 2001 binnen Jahresfrist zu 90 Prozent in Eigenleistung erbaut wurde.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 31.12.2004.








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