Joldelund

(fries.: Jåålönj; dän.-mundartl.: Joljlunj) Die Gemeinde im Amt Mittleres Nordfriesland liegt rund zwölf Kilometer nordöstlich von Bredstedt. 1445 wurde Hyoldelund erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet wohl "Hain, Gehölz bei einer Erhöhung" und Mühle in Joldelundkönnte sich auf die hügeligen Waldstücke in der Umgebung beziehen, die sich auf eiszeitlichen Dünen befinden. Sie tragen Bezeichnungen wie "Schweiz" oder "Tirol". Auf dem Gebiet des Dorfes lebten seit der Mittelsteinzeit Menschen. Dies beweisen die Reste einer Siedlungsstelle. Klingen und Flintbeile aus der Jungsteinzeit und Grabhügel aus verschiedenen späteren Epochen zeugen von einer dauerhaften Besiedlung der höheren Geest. Eisenschmelzen belegen die Verhüttung von Eisen. Wahrzeichen des Ortes ist die Windmühle von 1771. Der Kern der Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ein spätgotischer Kastenchor und ein Glockenhaus wurden angefügt. Schiff und Chor liegen unter einer Holzbalkendecke, an der Westwand erhebt sich eine Empore. Die zylindrische Taufe aus Granit stammt aus dem Mittelalter. Im 16. Jahrhundert wurde die dreiseitige Korbkanzel geschaffen. Das Gestühl stammt aus dem 17. Jahrhundert, zwei geschnitzte Gestühlswangen aus dem Jahr 1610.
Heute leben in Joldelund mit dem Ortsteil Joldelundfeld 720 Einwohner (2008) auf einer Fläche von 1 912 Hektar. 28 landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben stehen 1 484 Hektar Land zur Verfügung. Um den starken Sandverwehungen zu begegnen, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf insgesamt rund 200 Kilometern Länge Windschutzwälle mit Nadel- und Laubgehölzen errichtet. Grundschule, Bank, Arzt, Kaufmann und Bäcker sichern die Grundversorgung im Kirchdorf.

Heinrich Schnepel: Dorfchronik Joldelund/ Kolkerheide, Joldlund 1981.
Schleswig-Holstein Topographie, HN 3.12.2004.








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