Immenstedt

Die Gemeinde im Amt Viöl liegt rund zehn Kilometer nordöstlich von Husum etwa in der Mitte zwischen Viöl und Wester-Ohrstedt. Immingstede wurde 1438 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet "Wohnstätte der Leute des Immo". Grabhügel und Funde zahlreicher Flintdolche bezeugen eine Besiedlung des Gebietes seit der späten Jungsteinzeit. Auch aus der Bronze- und Eisenzeit wurden Relikte entdeckt. Ein 1934 gefundener Schatz enthielt Münzen, die etwa zwischen 1403 und 1410 versteckt worden sein dürften. Ein Geldfund von 1903 offenbarte als ältestes Stück einen Taler der Stadt Breisach aus dem Jahr 1542 und als jüngstes ein Vierlingsstück von 1702.
1438 verkaufte der Knappe Jürgen Lund das Dorf Immenstedt mit seinem adeligen Gut an Herzog Adolf VIII. von Schauenburg (1404-1459). 1590 wurde im Auftrag von Herzogin Christina, Witwe Herzog Adolfs von Schleswig-Holstein-Gottorf (1526-1586), das Jagdhaus erbaut, das später Herzogin Augusta, Tochter des dänischen Königs Friedrich II. (1534-1588) und Gattin des Gottorfer Herzogs Johann Adolf (1575-1616), als Lust- und Jagdhaus diente. Danach geriet es in Verfall und wurde 1712 abgebrochen. Herzog Adolf hatte in seiner Regierungszeit Samen von Eichen und Buchen aussäen lassen. 2001 wurden rund 250 Kilogramm Bucheckern im Immenstedter Forst geerntet. Bescheidener Wohlstand hielt durch die Lage am historischen Ochsenweg Einzug. Die alte Handelsstraße, eingefasst von Alleebäumen, endet heute vor dem Sperrgelände des Husum-Schwesinger Flughafens.
Die erste Erwähnung einer Schule stammt aus dem Jahr 1756, ein eigenes Gebäude erhielt sie 1815. Der Neubau von 1957 wurde nach der Schließung der Schule zum Hotel umgewidmet. Heute befindet sich die Grund- und Hauptschule in Ohrstedt.
Auf einer Fläche von 1 462 Hektar wohnen in Immenstedt mit den Ortsteilen Bahnhof, Immenstedtfeld, Immenstedtholz und Immenstedt-Kiel heute rund 660 Einwohner (2008). 17 landwirtschaftliche Betriebe nutzen 874 Hektar Fläche. Nennenswerte Gewerbebetriebe gibt es nicht, doch hat sich das gesellschaftliche Leben im Dorf erhalten. Dies bezeugen Freiwillige Feuerwehr mit Jugendwehr, Ringreiter- und Schützenverein, eine Jagdgemeinschaft und als größte Attraktion der Akkordeonverein mit über 100 Aktiven aus dem ganzen Kreis Nordfriesland.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 26.11.2004.








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