Humptrup

(fries.: Humtoorp; niederdt.: Huntrup; dän.-mundartl.: Huntrup) Die Gemeinde im Amt Südtondern liegt rund drei Kilometer westlich von Süderlügum und etwa neun Kilometer nordöstlich von Niebüll. Die Distanz zur Staatsgrenze nach Dänemark beträgt drei Kilometer. Humptorp wurde 1462, Hunthorp 1463 urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet "Aussiedlung des Humpi".
Von einer frühen Erschließung des Siedlungsraumes durch jungsteinzeitliche Bauern zeugt eine Streitaxt der Einzelgrabkultur. Das Dorf soll um 1100 von Aussiedlern der Landgemeinden Grellsbüll, Krakebüll und Kahlebüll gegründet worden sein. 1875 schlossen sie sich zur politischen Gemeinde Humptrup zusammen, deren Ortsteile sie nun bilden. Hinzu kommen Haasberg und Humptruphof sowie Teile von Flützholm, der Hattersbüllhallig und des Gotteskoogs. Neben Ackerbau und Viehzucht prägten auch Fischfang und Reetgewinnung im Gotteskoogsee das frühere Leben. Auf einer Fläche von 1 699 Hektar leben heute 763 Einwohner (2008), 18 landwirtschaftliche Betriebe nutzen rund 1 400 Hektar Agrarland. Die Grundschule wurde geschlossen, ein privater dänischer Kindergarten und eine dänische Grundschule bestehen noch.
Die Backsteinkirche wurde um 1200 errichtet. 1892 erhielt sie über dem Westgiebel einen kleinen Turm, 1912 wurde auf an der Nordseite ein Anbau hinzugefügt. Holzbalkendecken zieren Schiff und Chor, in der Apsis ist noch der Rest eines Gewölbes zu finden. An der Ostwand des Kirchenschiffs prangt eine figürliche Malerei aus dem Jahr 1641, vom Ende des 17. Jahrhunderts stammen Reste einer Akanthusrankenmalerei. Der barocke Altar von 1725 besitzt einen breit ausladenden Aufbau mit Säulen, Gemälden und Akanthuswerk. Der romanische Taufstein aus Granit stammt aus dem 12./13. Jahrhundert, die vierseitige Renaissance-Kanzel wurde 1579 geschaffen.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 22.10.2004.








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