Hude

(niederdt.: Hui) Die Gemeinde im Amt Nordsee-Treene liegt rund acht Kilometer östlich von Friedrichstadt und etwa 15 Kilometer südöstlich von Husum im äußersten südöstlichen Zipfel des Kreises Nordfriesland. 1462 wurde de Hude erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname gehört etymologisch zu "Hut" bzw. "hüten" und bezeichnete einst einen Anlegeplatz, Stapelplatz oder eine Fährstelle an der Treene. Der Siedlungsplatz war bereits in der mittleren Steinzeit belebt, zunächst durch Jäger und Sammler. In der Jungsteinzeit ließ sich eine sesshafte Bevölkerung nieder. Aus dieser Zeit stammen Einzelfunde wie Beile und Dolche aus Flint. Drei Nachbestattungen der älteren Bronzezeit in einem jungsteinzeitlichen Grabhügel und ein bronzenes Tüllenbeil sowie Scherben und ein Mahlstein aus der Eisenzeit belegen die kontinuierliche Besiedelung des Gebietes in vorgeschichtlicher Zeit.
Hude liegt in einer Treene-Schleife, lang gestreckt an einem Geestrücken. Glockenberg (48,5 m) und Lehmbarg heißen die höchsten Erhebungen. Bis 1972 verband eine Fähre die beiden Treeneufer, da viele Landwirte Weideland in der Marsch auf Stapelholmer Seite gepachtet hatten.
Heute nutzen sechs landwirtschaftliche Betriebe 180 Hektar Land. Obwohl das Dorf nahezu alle traditionellen Betriebe wie Meierei, Schmiede, Schuster, Bäcker und Kaufläden verloren hat, befindet es sich im Wachstum. Viele junge Familien suchen im Neubaugebiet die Ruhe abseits aller großen Durchgangsstraßen. Die Einwohnerzahl liegt bei knapp über 200 (2008), die Gemeindefläche bei 354 Hektar. Zwei Gewerbebetriebe, ein Landhandel und ein Geigenbauer haben sich neu angesiedelt. Kirche, Schule und Kindergarten befinden sich im Nachbarort Schwabstedt.
Seit 1906 fördert das Dorf Hude sein eigenes Trinkwasser. Obligatorisch ist die Mitgliedschaft in der Wassergemeinschaft. Zunächst speisten Quellen die Leitungen. Das natürliche Gefälle reichte aus, um alle Haushalte zu erreichen. 1980 wurde eine Druckstation errichtet, die das Wasser aus 62 Metern Tiefe fördert. Der Jahresbedarf liegt bei 35 000 Kubikmetern.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 8.10.2004.








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