Hattstedt

(fries.: Haatst) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Hattstedter Mühle, Hattstedtfeld, Hilligenbohl, Lehmkuhl, Wiede und Wittland liegt im Amt Nordsee-Treene rund fünf Hattstedter KircheKilometer nördlich von Husum. 1231 wurde Hattastath erstmals urkundlich erwähnt, doch ist eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit nachzuweisen. Aus dieser Zeit stammen Einzelfunde wie Klingen und ein Felsgesteinbeil, ein Urnenfriedhof wird in die Eisenzeit datiert, Siedlungsreste sind der römischen Kaiserzeit zuzuordnen. Der Ortsname bedeutet "Stätte" oder "Wohnstätte des Hatti" bzw. "Hatto". Um 1200 wurde der Ostteil der Marienkirche errichtet. Später kamen das lange Kirchenschiff mit Rundbogenfenstern und Spitzbogenportalen sowie der spätgotische, 50 Meter hohe Westturm dazu. Der dreiteilige Schnitzaltar stammt aus Zeit um 1475 und zeigt im Mittelschrein eine figurenreiche Kreuzigungsszene. Die spätromanische Kalksteintaufe entstand etwa zur Mitte des 13. Jahrhunderts auf der Insel Gotland. C. Heim schuf 1641 die reich geschnitzte Korbkanzel, ein bedeutsames Dokument des Hochbarock in der Region. Das Gestühl mit seinen barocken Wangenköpfen stammt von 1702. Um 1460 waren die Bewohner des Kirchspiels an der Eindeichung der Hattstedtermarsch beteiligt. Die hohen Deichlasten führten zu einer empfindlichen Minderung des Wohlstands.
Heute leben 2 465 Einwohner (2008) in der 700 Hektar großen Gemeinde, drei landwirtschaftliche Betriebe nutzen 250 Hektar zu Bebauung. Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe garantieren die tägliche Versorgung, für die Kinderbetreuung stehen die nach dem Hattstedter Professor für Kulturtechnik Jens Iwersen benannte Grund- und Hauptschule sowie mehrere Kindergärten zur Verfügung. Der Spielmannszug erreichte große internationale Bedeutung.

Johann Johannsen: Nachrichten vom Kirchspiel Hattstedt, Hattstedt 1891. Hattstedt. Unser Dorf. Hrsg. von der Gemeinde Hattstedt, Chronikheft 1, Hattstedt 1989; Chronikheft 2, Hattstedt 1993. Schleswig-Holstein Topographie, HN 18.6.2004.








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