Hamburger Hallig

(bis 1760 in Besitz der Hamburger Kaufmannsfamilie Amsinck, daher früher auch "Amsinckland"), unbewohnte Hallig, Natur- und Vogelschutzgebiet vor dem Sönke-Nissen-Koog. Die Hallig selbst, die in Anlehnung an eine alte Strandinger Ortsbezeichnung früher auch "Bollingland" genannt wurde, ist der letzte Überrest eines 1624 von den Gebrüdern Amsinck an der Nordostküste der Insel Alt-Nordstrand bedeichten Kooges, dessen Hinterland in der Sturmflut von 1634 zerstört wurde. Mitte der 1850er Jahre wurde der Plan gefasst, die Hallig mittels eines Sicherungsdammes mit dem Festland zu verbinden. Dieser Plan gilt als Wendepunkt in der Geschichte der Landgewinnung an der Westküste, von ihm gingen die folgenden, großenteils wesentlich umfangreicheren Dammbauprojekte im Wattenmeer aus. Der 1874 endgültig fertig gestellte Damm verbreiterte sich durch Anlandungen, so dass die Hamburger Hallig heute weit mehr als 200 Hektar umfasst. Seit 1878 ist sie in staatlichem Besitz, seit 1930 steht sie unter Naturschutz. Ursprünglich sollte vor allem das Brutgebiet des Säbelschnäblers hier unter Schutz gestellt werden, heute steht die Bewahrung des Gesamt-Biotops im Vordergrund. Die Hamburger Hallig und die dort in Pacht betriebene Gastwirtschaft sind ein beliebtes Ausflugsziel, der Zugang für Autofahrer, der über eine Schranke kostenpflichtig geregelt wird, sorgt immer einmal wieder für Diskussionen.

Claus J. Reitmann: Die Hamburger Hallig, Breklum 1983








Nordfriesland-Datenbank.de powered by NordfiiskInstituut.de

Nordfriisk Instituut

Impressum Haftungsausschluss