Goldebeck

(fries.: Golbäk; dän.-mundartlich: Goljbæk) Die Gemeinde im Amt Mittleres Nordfriesland liegt rund 13 Kilometer nordöstlich von Bredstedt und grenzt an den Kreis Schleswig- Flensburg. Etwa 355 Einwohner (2008) leben in den Ortsteilen Goldebek, Kolonie und Süderhuus auf einer Fläche von 1 018 Hektar. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Goldbeck 1321. Die Bedeutung des Ortsnamens ist strittig. Entweder leitet er sich von dem dänischen Eigenschaftswort golde (unfruchtbar) ab und bedeutet in der Zusammensetzung mit bæk "fischarmer Bach", oder es handelt sich um den alten Flussnamen Galta (dän.: galt = verschnittener Eber), der um das jüngere Grundwort bæk erweitert worden ist (Eberbach).
Siedlungsreste aus der mittleren Steinzeit (ca. 10000 bis 4300 v. Chr.), Flintwerkzeuge aus der Jungsteinzeit und eisenzeitliche (rund 500 v. Chr. bis 600 n. Chr.) Reste von Schmelzöfen bezeugen eine frühe menschliche Besiedlung der nordfriesischen Geest. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Besitz des Rudeklosters, das bei der Landesteilung von 1544 an König Christian III. (1503-1559) von Dänemark fiel. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster säkularisiert, Goldebek gelangte in den Besitz von Detlef Brockdorff, den Amtmann von Sonderburg. Er verkaufte das Dorf an den Flensburger Bürger Hermann Lange. 1589 gelangte es für 3 500 Taler wiederum an den dänischen König, der es schließlich dem Bordelumer Gut Uphusum zuschlug. Der Ortsteil Kolonie weist auf die Urbarmachung von Ödland mit Hilfe zugewanderter Siedler um die Mitte des 18. Jahrhunderts hin.
Zwölf landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe, die eine Fläche von 850 Hektar bearbeiten, bilden heute noch den wichtigsten Einkommenszweig in Goldebek. Ein Nebenerwerbsbetrieb fand eine Marktnische mit einer Besamungsstation für Holsteiner Pferde. Sonstige Erwerbstätige sind zumeist Auspendler. Die alte Gastwirtschaft schloss 1998 ihre Pforten. Dafür entstand 2000 ein Dorfgemeinschaftshaus als Lebensmittelpunkt des Ortes. Zusammen mit den Nachbardörfern Joldelund, Goldelund, Högel, Lütjenholm und Kolkerheide wird seit 2001 ein gemeinsamer Dorfentwicklungsplan verfolgt.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 2./3.10.2003.
Dorfchronik Goldebek. Hrsg. von der Gemeinde Goldebek 1992.








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