Galmsbüll

(fries.: Galmsbel) bedeutet "Siedlung (dän.: bøl) des Galm". Die Gemeinde im Amt Südtondern liegt rund sechs Kilometer westlich von Niebüll. Sie entstand zu Beginn der 1970er Jahre durch die Zusammenlegung der einst selbstständigen Koogsgemeinden Alter und Neuer Christian-Albrechts-Koog, Kleiseerkoog und Marienkoog mit Galmsbüllkoog und weist eine Fläche von 4 905 Hektar auf. Damit ist sie die größte ländliche Flächengemeinde im Kreis Nordfriesland. Die Gemeinde müsste eigentlich Neugalmsbüll heißen, denn sie liegt zum Teil auf dem Gebiet der einstigen Hallig Galmesbul, die 1462 urkundlich erwähnt ist. Die Hallig wurde allmählich durch die Nordseefluten abgetragen, ihre Bewohner besiedelten die ab 1682 entstandenen oben genannten Köge.
Heute leben die rund 650 Einwohner (2008) Galmsbülls hauptsächlich von der Landwirtschaft. Es gibt noch 40 Vollerwerbsbetriebe, die eine Fläche von rund 4 500 Hektar bearbeiten. Anbauprodukte sind Weizen und Raps, drei Betriebe kultivieren Saatkartoffeln. Zweites wirtschaftliches Standbein ist die Windenergie. Die 38 Windmühlen sollen auf 19 reduziert, ihre Leistung aber von zwölf auf 40 Megawatt erhöht werden. Für den Fremdenverkehr stehen rund 100 Gästebetten bereit. Der Gemeindemittelpunkt befindet sich bei der Sankt Gallus-Kirche. Sie entstand in den Jahren 1888-91 nach einem Entwurf des Kieler Architekten Heinrich Moldenschardt (1839-1891). Sie hat eine auffallend schmale und hoch aufragende Silhouette. Die Barocktaufe stammt aus dem ehemaligen Hallig-Kirchlein. Gegenüber der Kirche wurde 1957 ein Landjugendheim erbaut, auch die Feuerwehr hat hier ihren Stützpunkt. Der Gemischte Chor Galmsbüll genießt über die Gemeindegrenzen hinaus einen guten Ruf.

Schleswig-Holstein Topographie, HN 24./25.7.2003.








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